Atzendorf/Förderstedt l Die Zentrale Landsportgemeinschaft Atzendorf (ZLG) zieht nach beim Protest für einen Radweg zwischen Staßfurt und Förderstedt. Nachdem Gerhard Schnock und seine Radfahrer-Freunde aus Förderstedt protestiert hatten (Volksstimme berichtete), wollen die Atzendorfer die Förderstedter nun unterstützen.

Günter Döbbel als Vereinschef erzählt von der jüngsten "Demo": "Mit unserer traditionellen Fahrt zum 1. Mai wollten wir zeigen, dass der Radweg dringend benötigt wird. Auch wir als Verein machen regelmäßige Radtouren und brauchen diese Verbindung." Nico Braunroth, Sprecher der ZLG, fügt hinzu, dass viele Sportler auch persönlich vom fehlenden Radweg betroffen sind. "Neben unseren Radtouren am 1. Mai und 3. Oktober, haben wir Mitglieder im Verein, die täglich per Fahrrad über die gefährliche Landstraße auf Arbeit fahren müssen."

So wurde aus der Radtour - es ging zum Kirschblütenfest nach Staßfurt - erstmals ein politisches Statement. Gleich hinter dem Ortsausgang Förderstedt hatten die 70 teilnehmenden Fahrradfahrer im Nu die ganze Landstraße blockiert. Die Autos mussten hinterhertuckern. Mit Warnwesten war die Truppe abgesichert, die Kinder beschützt in der Mitte.

An ihre Fahrräder hatten sich einige auch die bekannten Protest-Schilder mit der Aufschrift "Wir brauchen dringend den Radweg Förderstedt-Staßfurt" montiert. "Bis auf eine Autofahrerin lief alles sehr gut ab. Die Autofahrer waren diszipliniert", berichtet Günter Döbbel.

Gehört werden soll der Protest nicht nur beim Land Sachsen-Anhalt, das den geforderten Radweg finanzieren müsste, sondern auch bei der Lokalen Aktionsgruppe der Leaderregion "Börde-Bode-Auen". Die Aktionsgruppe ist ein Gremium, das Fördermittel der Europäischen Union vermittelt, um die ländliche Region mit Projekten und Bauten zu stärken. Der Radweg könnte durch das Leader-Programm gefördert werden, hofft Günter Döbbel, und müsse daher in das nächste Förder-Konzept aufgenommen werden.

Neben weiteren Protesten per Fahrrad, die die Atzendorfer Sportler nicht ausschließen, müsse vor allem die "Marbe", der Weg, den die Fahrradfahrer derzeit als Ausweichmöglichkeit benutzen, fit gemacht werden. "Der Weg ist in einem furchtbaren Zustand und muss dringend instand gesetzt werden", sagt Günter Döbbel. "Wir werden jetzt die Gespräche mit dem Betreiber des Steinbruchs und des Sodawerks als Besitzer des Wegs suchen und schauen, was da möglich ist."

   

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