Clever: In der Hochphase des Wahlkampfes luden Vertreter der freien Jugendhilfe alle drei Landratskandidaten zu einem Forum in Brumby ein. Sie knöpften allen Dreien ein Versprechen ab, das sie später von der neuen Landrätin oder dem neuen Landrat einfordern werden.

Brumby l Offensichtlich gibt es Probleme in der Kommunikation zwischen den freien Trägern der Jugendhilfe (da sind Einrichtungen, die Kitas, Jugendclubs oder Beratungsangebote vorhalten), Kreistag, Jugendhilfeausschuss und Kreisverwaltung.

Denn das Netzwerk "Bündnis für Familie" aus Schönebeck, das derzeit auf den ganzen Salzlandkreis erweitert wird, besteht jetzt auf einen jährlichen Konsultationstag zwischen den freien Trägern und dem Landrat persönlich. "Bei so einem Konsultationstag können alle freien Träger ihre Anliegen direkt mit dem Landrat besprechen", sagt Britta Duschek vom "Bündnis für Familie".

Die drei Landratskandidaten Sabine Dirlich (Die Linke), Markus Bauer (SPD) und Gunnar Schellenberger (CDU) befürworteten es, den vorgeschlagenen Konsultationstag durchzuführen, wenn sie den Posten des Landrats ergattern. Sabine Dirlich sagte, sie werde "Ihren Vorschlag, so wie er ist, annehmen. Ich finde das gut". Markus Bauer meinte, dass auch er den Vorschlag annehmen werde, er sei "verwundert, dass es so ein Netzwerk jetzt noch nicht gibt." Gunnar Schellenberger erklärte: "Dieser Arbeitskreis ist wichtig, weil er die entsprechenden Vorbereitungen trifft für jene Gremien, die dann entscheiden."

Auf Hintergründe ging Sabine Dirlich ein: Sie finde den Konsultationstag interessant, weil "der Jugendhilfeausschuss im Kreistag - nicht durch mich, aber durch andere - teilweise als Lobbyveranstaltung jedes einzelnen freien Trägers für sich selbst betrachtet wird". Sie selbst sehe dies nicht so, dennoch solle sich ein Landrat oder eine Landrätin immer selbst und direkt ein Bild von der Situation in der Jugendhilfe machen.