Seit Freitag sind die Wahlzettel in fünf verschiedenen Ausfertigungen für die Kommunalwahl und die Europawahl am 25. Mai nun vollzählig. Das Team des Briefwahllokals der Stadt Staßfurt um Kerstin Abram kann also seine Arbeit mit dem verschiedenfarbigen Papier aufnehmen. Diese Form der Stimmabgabe wird immer beliebter.

Staßfurt l Rosa, gelb, grün, grau und weiß sind die verschiedenen Stapel, die vor Kerstin Abram, Sandra Hübner und Christian Bodnaruk liegen. Dazu rote und blaue Briefumschläge. Die Vorbereitung der Wahlzettel für die Briefwahl in Staßfurt geht in die heiße Phase.

Ab Montag ist das Briefwahllokal im Zimmer 119 der Stadtverwaltung Staßfurt, Haus II, Steinstraße 38 (Kaliverwaltung), offiziell zu den regulären Öffnungszeiten des Hauses zu erreichen (also auch sonnabends) sowie am Freitag, 23. Mai, zusätzlich bis 18 Uhr. Auch in Förderstedt gibt es donnerstags, von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, sowie am Sonnabend, 17. Mai, 9 bis 12 Uhr, die Möglichkeit der Briefwahl.

Kerstin Abram ist als Ansprechpartnerin des Briefwahlteams auch telefonisch (03925/98 14 71) erreichbar.

"Die Stimmzettel kann man sich zuschicken lassen und portofrei zurückschicken"

"Die Stimmzettel kann man sich zuschicken lassen und portofrei zurückschicken", erklärt Kerstin Abram, wie es am bequemsten geht. Der Wähler könne sich die Zettel aber auch hier mitnehmen oder gleich vor Ort ausfüllen.

Die Briefe werden übrigens - bis auf die für die Europawahl, die nach Bernburg gehen - erst am Wahlabend, ab 18 Uhr, im Wahllokal im Rathaus Leopoldshall geöffnet und gezählt.

Nicht überall barrierefrei ins Wahllokal

Bei den vergangenen Wahlen betrug der Anteil der Briefwähler etwa 6,5 Prozent. Diese Form der Stimmabgabe werde immer beliebter, stellt Kerstin Abram fest, die sich seit 1999 um die Briefwahl in Staßfurt kümmert. Bis gestern Vormittag lagen immerhin schon rund 1000 Wahlzettel in der Wahlurne für die Europawahl. Mit etwa zweimal so vielen wird noch gerechnet.

Während das Staßfurter Briefwahllokal auch für Menschen mit einer Gehbehinderung gut zu erreichen ist, gab es diesbezüglich im Finanzausschuss der Stadt am Donnerstagabend Kritik zum Neundorfer Wahllokal. Niko Zenker (SPD) bemängelte, dass das Wahllokal in der dortigen Turnhalle nicht behindertengerecht sei, obwohl das Gegenteil auf der Wahlbenachrichtigung stehe. Stadtwahlleiter Johannes Gbur gab diesen Fehler zu, rief deshalb auf, die bequeme Briefwahl zu nutzen (wie vorn beschrieben).

Finanzausschussmitglied Klaus Maaß (Linke) erklärte, dass der Zustand in Neundorf bereits zur vergangenen Wahl kritisiert worden sei. Aber vielleicht könne die Stadt ja doch noch für Barrierefreiheit sorgen. Das verneinte Gbur, der Eigenbetrieb sehe sich dazu nicht in der Lage. Eine Rampe zu bauen, würde 1800 Euro kosten. Siegfried Klein (CDU) regte an, Baubetriebe, die in Neundorf ansässig sind, zu fragen, die vielleicht helfen könnten.