Staßfurt. Während die Bodeanrainer mit Sorgen die Pegel-Entwicklung des Flusses beobachten, gab es zwischendurch eine positive Nachricht aus dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW): Die Spundwand für die Neue Welt in Staßfurt war bereits für Ende 2010 geplant. Der Pegel ließ zu dieser Zeit keine Bautätigkeiten mehr zu. Nun soll die Schutzanlage kommen, sobald es das Wetter zulässt. Volksstimme sprach mit dem zuständigen Mitarbeiter beim LHW für Baufragen, Matthias Weilbach über die in Staßfurt momentan letzte Investition in den Hochwasserschutz.

Staßfurter Volksstimme: Welche Gründe gibt es eigentlich für die Investition?

Matthias Weilbach: Auf der Grundlage des Aprilhochwassers 1994, bei dem es zu zahlreichen Überschwemmungen im Einzugsgebiet der Bode kam, wurde eine umfangreiche Flussgebietsstudie erstellt. Hieraus konnte der "Hochwasseraktionsplan Bode" für das Einzugsgebiet der Bode abgeleitet werden, welcher ausgehend von der Analyse historischer Hochwasser und den Ergebnissen der Flussgebietsstudie eine Reihe konkreter Maßnahmenvorschläge beinhaltet.

Während des Hochwassers 1994 kam es auch in Staßfurt zu zahlreichen Überschwemmungen. Die Neue Welt linksseitig der Bode wurde im unteren Teil mit den dort stehenden Wohnhäusern bis zu 90 Zentimeter überflutet. Der zu schützende Bereich erstreckt sich auf eine Länge von 200 Metern und beginnt direkt unterhalb der Zollbrücke.

Volksstimme: Wie hoch wird das Schutzbauwerk ab Straßenniveau?

Weilbach: Die zu errichtende Hochwasserschutzwand wird direkt an der bestehenden Böschungsoberkante errichtet und hat dann an dieser Stelle eine maximale Höhe von 1,50 Meter mit einem Freibord zum Bemessungswasser HQ 100 (Hochwasser, mit dem einmal in 100 Jahren gerechnet wird) von 60 Zentimetern.

Volksstimme: Wie teuer wird das Vorhaben?

Weilbach: Das Vorhaben wurde bereits ausgeschrieben. Der Auftrag ist vergeben. Die Auftragssumme beläuft sich auf 800 000 Euro.

Volksstimme: Welcher Wasserstand würde den Baubeginn erlauben?

Weilbach: Für die Bauausführung wurde im Vorfeld ein kritischer Wasserstand mit 2,40 Metern am Pegel Staßfurt festgelegt. Schon beim geplanten Baubeginn Ende des vergangenen Jahres deutet sich eine schwierige Situation an, denn der Pegel überschritt diesen Wasserstand bereits mehrere Tage.

Volksstimme: Ist es das letzte Hochwasserschutz-Projekt im Bereich der Staßfurter Bode?

Weilbach: Zumindest in den nächsten fünf Jahren sind keine weiteren Maßnahmen im Stadtgebiet von Staßfurt geplant. Der Hochwasserschutz für den 1994 überfluteten Bereich Güterbahnhof bis Hecklinger Straße wird durch die bereits erfolgten Maßnahmen an der Wipper erreicht.