In Schneidlingen hat die freiwillige Feuerwehr die Volksstimme zu einer Übungsstunde ihrer Nachwuchstruppe eingeladen. Anlass dazu bot eine freudige Nachricht ebenso wie eine nicht so schöne Tatsache. Mit offenen Worten hoffen die Ehrenamtlichen, ein Problem anzugehen.

Schneidlingen l Schläuche kuppeln, Behälter füllen, schnell laufen und das alles auf Zeit - schon beim Zuschauen wird deutlich, dass das Training den Mädchen und Jungen, die an diesem Nachmittag neben dem Depotgelände auf der Wiese unweit der Wasserburg an den Start gehen, Kondition und Geschick abverlangt. Alle zusammen sind aber auch mit Freude dabei. Ihr Hobby bereitet ihnen Spaß, und es hält sie fit. Die Rede ist vom Feuerwehrsport. Und der wird auch im Nachwuchsteam der Wehr trainiert.

Dabei ist zum einen die Kindergruppe der Wehr, die derzeit mit elf Mitgliedern aufgestellt ist. Und die Jugendfeuerwehr, in der sieben Mädchen und Jungen von 10 bis 18 Jahren üben. Sie werden damit an den aktiven Dienst herangeführt.

Und genau hier drückt der Schuh. Wehrleiter Joachim Braun erklärt, warum das so ist. "Unser Anliegen ist es, den Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr weiter zu fördern." Denn die Gruppe der potenziellen Brandbekämpfer in Schneidlingen habe sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten verkleinert, berichtet Braun mit Bedauern, dass er sich sorgt, weil junge Mitglieder aus der Jugendgruppe ausgetreten sind.

Dabei weiß er, dass andere Wehren vor ähnlichen Problemen stehen und denkt, dass es Sinn macht, die Thematik offen anzusprechen, um dagegen zu wirken. Denn fehlt der Zuspruch in der Jugendfeuerwehr, fehlen damit auch Nachrücker, die in den aktiven Dienst eintreten. "Viele Wehrleiter haben damit zu kämpfen", meint der Schneidlinger, dass es anderswo ähnlich ist. "Nicht jeder redet darüber", will er mit viel Transparenz nichts unversucht lassen. Denn ohne eine freiwillige Feuerwehr im Dorf geht gar nichts mehr, ist es ihm ein großes Anliegen, alles dafür zu tun, vorausschauend zu handeln, damit seine Truppe auch morgen noch zur Hilfe eilen kann. Doch woran liegt es, dass der Nachwuchs fehlt? Braun begründet, dass viele Jugendliche nach der Schule wegen einer Ausbildung woanders hingehen oder anderen Interessen nachgehen, wenn die Freunde es ebenso tun. Problematisch sei auch, dass Schneidlingen keine Grundschule mehr habe, meint er, dass dadurch potentielle Interessenten verloren gehen. Er wünscht sich mehr Resonanz. Vielleicht auch von den Eltern, mit denen er gern ins Gespräch kommen würde, um mit ihnen über das Hobby ihrer Kinder zu sprechen.

Übungen, wie die eingangs geschilderten auf der Wiese vorm Depot, bereiten den Kleinen viel Spaß. Der Eifer ist allen ins Gesicht geschrieben, als die Leiterin der Nachwuchsgruppe, Andrea Bandursky, das Signal zum Löschangriff gibt. Viele Meter Schlauch sind zu handhaben. "Eine Bahn ist 60 Meter lang", erklärt Andrea Bandursky, die die Mädchen und Jungen zusammen mit Heike Luwich trainiert.

Die gute Nachricht: Erfolg im Feuerwehrsport

Im Moment bereiten sich die jungen Feuerwehrteams intensiv auf einen Ausscheid auf Kreisebene vor. Denn auch das gehört dazu, wenn Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr aktiv sind. Die Schneidlinger haben bereits mehrere Trophäen eingefahren. Erst kürzlich kehrten sie mit einem Pokal zurück. Gern würden die Kinder und Jugendlichen weitere Mitstreiter an ihrer Seite wissen.

Interessenten können gern in Schneidlingen vorbeischauchen. Die Treffen der Jugendfeuerwehr finden im Depot an der Magdeburger Straße alle 14 Tage immer freitags ab 16 Uhr statt. Die Kinderwehr kommt einmal im Monat zusammen.

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Weitere Infos unter Telefon (01 71)9 56 26 61

 

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