Der kommende Sonntag ist Weltmuseumstag. Einen passenderen Termin zur Wiedereröffnung des Salzlandmuseums in Schönebeck kann es kaum geben. Nach langer Umbauzeit steht das geschichtsträchtige Haus wieder für interessierte Gäste zur Verfügung.

Schönebeck l Die Schiffskajüte ist weg. Dafür ist ein langer und repräsentativer Gang entstanden, der als Galerie genutzt werden soll. Der Künstler William Young hat den Schönebecker Soleturm wuchtig als Bild an eine Wand im großzügig gestalteten Empfangsbereich drapiert. Der große Saal ist ebenso entrümpelt wie das gesamte Haus: vieles ist jetzt anders im Salzlandmuseum am Markt von Bad Salzelmen. Knapp vier Jahre haben die Umbauarbeiten gedauert. Nun kann sich jeder selbst ein Bild machen vom neuen Innenleben des alten Hauses.

Museumsleiterin Petra Koch und der Vorsitzende des Fördervereins des Salzlandmuseums, Olaf Busch, haben zum Pressetermin eingeladen. Eine Infomappe ist vorbereitet, Kaffee gekocht, Knabbereien stehen bereit und ebenso Koch und Busch für eine ausgiebige Führung durch das neu gestaltete Haus. Sie antworten detailliert auf die Fragen der Journalisten. Nur mit einer Info wollen beide ungern herausrücken: Wie viel Geld ist denn in den Umbau investiert worden? Schließlich nennt Busch doch eine Zahl: "Etwas mehr als 300000 Euro. Seit 2010 verteilt auf vier Jahre."

Das Land hat sich beteiligt, auch der Salzlandkreis als Träger des Museums. Der Förderverein hat von Sponsoren Drittmittel eingeworben und hat selbst über Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt und Pfännerfest den ein oder anderen Euro eingenommen und in die Verschönerung investiert. Und die war nötig.

Das seit 1954 betriebene Museum mit seinen teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gebäudeteilen zeigte sich zuletzt als ein Sammelsurium verschiedenster Exponate: ausgestopfte Vögel, Puppen aus dem Biedermeier, hier ein Schwert, da alte Knochen und zwischendurch Bilder und Gemälde. Alte und schlecht schließende Fenster mussten über kurz oder lang erneuert werden. Die Wände schrieen geradezu nach einem frischen Anstrich.

Verschönerungs- und Sanierungsarbeiten liefen zwar hier und da in den vergangenen zehn Jahren. Doch nebenher, bei laufendem Besucherbetrieb ein solches Haus baulich aufzuwerten, war nicht möglich. So schloss das Museum im November 2013 seine Pforten für Gäste, es gab nur noch einige Veranstaltungen, Lesungen und Vorträge. Jetzt werden die Türen wieder geöffnet und Petra Koch und Olaf Busch sind gespannt auf die Reaktionen angesichts eines - salopp gesagt - umfänglich entrümpelten Museums.

Geradezu minimalistisch mutet die neue Ausstellung an. Sie konzentriert sich künftig auf die beiden Hauptthemen Salz und Binnenschifffahrt. Das Salz und die Geschichte um seinen Abbau findet einen Widerhall im Vorderhaus. Wenige Ausstellungsstücke werden optisch gezielt präsentiert, Petra Koch und Olaf Busch sprechen von "Inszenierung". Jeder Raum ist mit Textfahnen und jeweils einem Spruch versehen worden, wer mag, findet tiefergehende Lektüre in Form von herausschiebbaren Texttafeln. Auch die neuen Möglichkeiten von Multimedia werden genutzt, so ist in fast jedem Raum ein Touch-PC installiert. Vitrinen finden sich kaum noch, dafür die Nachbildung einer Salzglocke im Maßstab 1 zu 3. Mit ihr wird gezeigt, wie einst im Schönebecker Untergrund das "weiße Gold" gewonnen worden ist, das die Stadt reich machte.

Die Binnenschifffahrt und das Leben mit der Elbe sollen im Hinterhaus dokumentiert werden. Baulich ist der Bereich hergerichtet, allein die Ausstellung fehlt noch. "Ende 2014 wollen wir mit dem gesamten Haus fertig werden", gibt Olaf Busch einen Zeitplan vor. Das Grobkonzept für die Ausstellung stehe.

Eröffnet wird also erst einmal das Vorderhaus. Um 14 Uhr beginnt am Sonntag, 18. Mai, in der naheliegenden Johanniskirche ein öffentlicher Festakt, gegen 15 Uhr sind Gäste im Museum willkommen. Der kommende Sonntag ist zugleich Weltmuseumstag. Einen passenderen Termin zur Wiedereröffnung hätte sich kaum finden lassen.

Olaf Busch, nach seiner Einschätzung befragt, holt aus: "Wir sind sehr froh, es geschafft zu haben. Das Ergebnis, dass wir jetzt präsentieren, ist für mich eine Genugtuung nach dem großen Aufwand, der nötig war, den vielen Bauberatungen, Antragstellungen und Absprachen. Und immer die Angst, dass es nicht weitergeht."

Und wo sind all die Ausstellungsstücke, die nun nicht mehr präsentiert werden? "Ausgelagert in Staßfurt. Wir können sie bei Bedarf aber wieder zu uns holen. Einige Exponate haben wir als Dauerleihgaben an andere Häuser vergeben", klärt Busch auf.

Der reguläre Besucherverkehr wird am kommenden Dienstag wieder beginnen. Geöffnet ist das Salzlandmuseum Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr, an Donnerstagen 10 bis 18 Uhr. Die Eintrittspreise bleiben unverändert: Erwachsene 2,50, Kinder 1 Euro. Es wird wieder Veranstaltungen geben und das Ja-Wort können sich Paare auch wieder im alten Rathaus von Groß Salze geben.