Der seit längerer Zeit aufgrund von defekten Brücken in Gaensefurth gesperrte Europaradweg R1, der auf seiner über 3 600 Kilometer langen Strecke von Calais in Frankreich nach Sankt Petersburg in Russland führt, soll am 30. Juni wieder seiner Bestimmung übergeben werden.

Staßfurt/Hecklingen l Diesen Termin nannte gestern Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU) für die offizielle Freigabe. Die will er gemeinsam mit seinem Staßfurter Amtskollegen René Zok vornehmen. Denn schließlich handelt es sich hier um ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Städte, die sich die Kosten laut Kosche im Verhältnis 60 zu 40 teilen. Während die Staßfurter sich um den Abriss der alten Bodebrücke und einen 300 000 Euro teuren und in Österreich gefertigten Neubau aus Aluminium kümmerten, bemühten sich die Hecklinger um den Ausbau eines 45 Meter langen, völlig desolaten Teilstücks der über das Überschwemmungsgebiet führenden Zufahrtsstraße aus Richtung Gaensefurth. Letzteres hatte lange gedauert, da die Stadt Hecklingen beim Land Fördermittel beantragen musste. Und weil die Arbeiten teurer wurden als geplant, machte sich noch ein Nachschlag erforderlich.

"Jetzt laufen die Bauarbeiten nach Plan."

"Jetzt laufen die Bauarbeiten nach Plan", sagte Kosche gestern. Erst nach deren Fertigstellung kann der Europaradweg, der in unserer Region von Neu Königsaue über Hecklingen, Gänsefurth, Staßfurt nach Hohenerxleben führt, von den Pedalrittern wieder komplett befahren werden. Darauf warten die Radfahrer, die täglich nach Gänsefurth unterwegs sind und durch die Sperrung lange Wege in Kauf nehmen müssen, sehnsüchtig.

Restarbeiten wurden dieser Tage an der großen Brücke oder besser gesagt unter ihr im Auftrag der Brückenbaufirma durchgeführt. Wie der Verkehrsplaner der Stadt Staßfurt, Günther Roddewig, der Volksstimme mitteilte, kamen dort Spezialtaucher aus dem Landkreis Oder-Spree zum Einsatz.

Ihr Auftrag lautete, zwei Stahlbetonpfeiler der ehemaligen Heiztrasse unter der alten Rohrbrücke zu entfernen. Der Beton wurde von den Männern unter Wasser mittels Hochdruckwasserstrahl und der Stahl mit Schweißtechnik abgetrennt, informierte Roddewig. "Damit kann sich zukünftig kein Treibgut mehr festsetzen und für den Wassersport wurde eine Gefahrenquelle beseitigt", fügte er hinzu.