Insgesamt 168 Jugendliche des Altkreises Staßfurt erhalten in diesem Jahr ihre Jugendweihe. Den Anfang machten am Sonnabend die Sekundarschulen Förderstedt, Am Tierpark und Hermann Kasten sowie die Pestalozzi-Schule Staßfurt mit ihrer Feierstunde im Salzlandtheater.

Staßfurt l Die jungen Damen und Herren, die an diesem Tag um 11 Uhr beziehungsweise um 14 Uhr mit ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden zu ihrer Jugendweihefeier im Theater erschienen waren, hatte sich dem Anlass entsprechend schick angezogen. Ihre Aufgeregtheit merkte man ihnen auch beim Gang auf die Bühne, auf die in diesem Moment rund 600 Augen gerichtet waren, an.

Ähnlich sei es auch ihm damals vor rund 30 Jahren an dieser Stelle ergangen, gab Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos), der dieses Mal die Festrede hielt, unumwunden zu. An diesen Tag könne er sich noch ganz genau erinnern.

Er machte den Eltern deutlich, dass ihr Kind langsam erwachsen werde und dass es nun langsam Zeit sei, los zu lassen, sagte Zok. Das Leben verglich er mit einer großen steilen Treppe, die man mit Kraft erklimmen muss, wobei die Treppe der Jugendweihelinge mehr Stufen haben werde als die ihrer Eltern. Letzterer hätten beim Erreichen der ersten Sprossen mitgeholfen.

Zu den jungen Leuten sagte der Oberbürgermeister, dass die Anforderungen an sie stetig wachsen werden. Gute Noten seien nicht zum Nulltarif zu haben. Er riet den Schülern, auf ihrem Weg nicht stehen zu bleiben, denn das bedeute Rückschritt. "Vieles wird euch gelingen, aber nicht alle werden glücklich", gab das Stadtoberhaupt zu bedenken.

Wichtig für die jungen Staßfurter sei es, Selbstvertrauen zu gewinnen und sich was zuzutrauen. Auf keinem Fall sollten sie den Weg des geringsten Widerstandes wählen.

In seiner Eigenschaft als Oberbürgermeister appellierte Zok an die jungen Damen und Herren, sich aktiv in die Gesellschaft und das Stadtgeschehen mit einzubringen und ihre demokratischen Rechte, sich zur Wahl zu stellen oder zur Wahl zu gehen, auch zu nutzen.

"Solidarität, Miteinander und Toleranz sind heute wichtiger denn je", sagte das Stadtoberhaupt.

"Verfolgt eure Träume und glaubt an euch selbst."

Den Eltern und Großeltern empfahl er, ihren Kindern weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu unterstützen.

Katharina Reich von der Staßfurter Band "Noch ist Zeit" machte den Jugendweihelingen Mut und rief ihnen zu: "Verfolgt eure Träume und glaubt an euch selbst."

Am Schluss der Feierstunde wurden die jungen Damen und Herren gruppenweise auf die Bühne gebeten, wo ihnen der Oberbürgermeister die Jugendweihe-Urkunde überreichte. Darüber hinaus erhielten sie noch ein Buch und Blumen.

Im Namen aller Jugendweihelinge bedankten sich Christian Wustrau und Jan Kündiger von der Förderschule Am Park in Wolmirsleben bei den Eltern, Großeltern, bei den Künstlern und beim Oberbürgermeister. "Wir wünschen allen, dass sie an diesem Tag viel Spaß haben", sagten sie.

Im Altkreis Staßfurt ist eine weiterhin steigende Nachfrage nach der Jugendweihe zu verzeichnen. "In diesem Jahr nehmen 62 Prozent der Achtklässler an den Festveranstaltungen des Landesverbandes der Interessenvereinigung Jugendweihe e.V. in Staßfurt teil. Im Jahr 2013 waren es im Vergleich dazu ,nur` 58 Prozent", sagte die Geschäftsstellen-Leiterin Bianka Luther der Volksstimme.

 

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