Der Staßfurter Stadtrat kommt am Donnerstag ab 18.30 Uhr im Stadtwerkesaal noch einmal zu einer Sitzung zusammen. Dort soll der Haushalt der Stadt für 2014 auf den Weg gebracht werden.

Staßfurt l Es gilt als sicher, dass das ausgeglichene Zahlenwerk dort die Mehrheit erhält, denn die Fraktionen hatten im Vorfeld deutlich gemacht, dass sie die Auslösung von Investitionen und die Abberufung von Fördermitteln nicht blockieren wollen.

Auf der Tagesordnung steht auch der Wirtschaftsplan 2014 des Stadtpflegebetriebes, dessen Entwurf morgen um 18.30 Uhr im Mehrzweckraum der Stadtwerke den Mitgliedern des Betriebsausschusses vorgestellt werden soll.

Darüber hinaus soll der Löderburger Ortswehrleiter Thomas Schuhmann von seinem Ehrenamt abberufen werden. Oberbürgermeister René Zok (parteilos) wollte sich dazu im Vorfeld nicht äußern, um den Stadträten nicht vorzugreifen. Die Erklärung zu dieser Vorlage soll am Donnerstagabend mündlich gegeben werden.

Nach Information der Volksstimme hat Schuhmann aus persönlichen Gründen um seine Abberufung gebeten. Vorausgegangen seien Unstimmigkeiten in der Wehr. Rund 30 Kameraden sollen daraufhin schriftlich erklärt haben, dass sie mit dem Wehrleiter nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Inzwischen hat Schuhmanns Stellvertreter Frank Müller amtierend die Amtsgeschäfte des Ortswehrleiters übernommen.

Thema der Sitzung wird ferner die geplante Schließung der Grundschule in Neundorf zum Ende des laufenden Schuljahres, weil die vom Land geforderten Schülerzahlen für diesen Standort nicht mehr vorgewiesen werden können. Der Stadtrat soll dazu einen entsprechenden Beschluss fassen. Zugleich liegt den Räten der Entwurf einer Vereinbarung mit der Verbandsgemeinde Saale-Wipper vor, die es den Neundorfer Kindern ermöglichen soll, wie von ihnen und ihren Eltern gewünscht, künftig nicht die Uhlandschule in Staßfurt, sondern die ländliche Grundschule in Giersleben zu besuchen.

Weiterhin sollen die Mitglieder des Stadtres beschließen, die Zuständigkeiten der drei ehrenamtlichen Ordnungskräfte in Löderburg, Athensleben und Hohenerxleben mit Vollzugsaufgaben zu erweitern. Die Vorlage liegt derzeit noch nicht vor.

Stadtratschef ruft Bürger zum Wahlgang auf

Der Stadtratsvorsitzende Walter Blauwitz (Die Linke) will die Gelegenheit nutzen, die vergangenen fünf Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen. Darüber hinaus will er dort angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren noch einmal dafür werben, dass die Bürger der Stadt von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen.

"Am 25. Mai haben wir die Möglichkeit mitzubestimmen, wer in unserer Stadt, im Landkreis und selbst im europäischen Parlament das politische Sagen hat, wer regiert, wer die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung bestimmt. Mir liegt besonders die Entwicklung in meiner Heimatstadt Staßfurt am Herzen, für die ich mir starke, kompetente, fleißige und entscheidigungsfreudige Ortschafts-, Stadt- und Kreisräte sowie eine gute Landrätin oder einen guten Landrat wünsche", sagte Blauwitz.

Er ruft die Bürger dazu auf: "Wir brauchen Ihre zahlreiche Beteiligung an der Wahl, auch um den gewählten Volksvertretern das Gefühl zu vermitteln, dass ihnen mit einer hohen Anzahl von Wählerstimmen der Rücken in ihrer künftigen Abgeordnetenarbeit gestärkt wird. Wir brauchen mehr Kreistagsabgeordnete für den Bereich Staßfurt im Kreisparlament, um territoriale Anliegen durchsetzen zu können."

Die zur Wahl zugelassenen Parteien und Bürgervertretungen legen ihre Kandidatenlisten vor und die Bürger haben die Möglichkeit, die Personen ihres Vertrauens anzukreuzen, die ihre Interessen in den nächsten fünf Jahren im Rat vertreten sollen.

Den oft zu hörenden Satz "Man kann ja sowieso nichts ändern", lässt der Stadtratschef nicht gelten.

"Entscheiden können nur die Wähler, ob sich was ändern soll und in welcher Richtung die Entwicklung geht." Deshalb bittet Blauwitz alle Wahlberechtigten der Stadt, sich am 25. Mai kurz die Zeit zu nehmen, an die Urnen zu gehen und so mitzubestimmen, wohin die Wege in ihrer Heimat in den nächsten fünf Jahren gehen sollen. "Es entbindet uns nichts von der Pflicht, die Zukunft selbst mitzugestalten", so der Ratschef.