Schackenthal/Güsten l Ein "Sitzungsmarathon" hat gestern in Schackenthal begonnen. Bei dem Erörterungstermin innerhalb des Genehmigungsverfahrens für eine Legehennenanlage der Betriebsgemeinschaft Schackenthal mussten 137 Einwendungen berücksichtigt werden.

Die Firma will zwischen Bründel und Schackenthal eine Anlage mit sechs Ställen für 450000 Legehennen errichten. Nicht nur BUND, die Bürgerinitiative "Saale-Wipper gegen Massentierhaltung", sondern auch die Verbandsgemeinde Saale-Wipper machen mobil gegen das Vorhaben. Geruchsbelästigung, Dreck und die Art und Weise dieser "Massentierhaltung" lösten einen Proteststurm aus (Volksstimme berichtete).

Beim gestrigen Erörterungstermin konnten alle, die während der Auslegung der Pläne Bedenken geäußert hatten, ihre Sichtweise noch einmal mündlich vor den Experten des Landesverwaltungsamts, das die Pläne genehmigen muss, vortragen. Nach dem Erörterungstermin wird das Landesverwaltungsamt all diese Bedenken und Einwendungen auf ihre Stichhaltigkeit hin prüfen und in einer Abwägung entscheiden, ob die Anlage in der beantragten Form genehmigt wird oder nicht - beziehungsweise, ob der Betreiber Auflagen erfüllen muss.

Insgesamt 137 Einwendungen wurden abgegeben. Diese betrafen die Themenbereiche Planungsrecht, Immissionsschutz, Tierschutz, Naturschutz, Gewässerschutz und Brandschutz. Bereits die Diskussionen um das Planungsrecht nahm gestern Vormittag mehrere Stunden ein.

Ganz vorn unter den Gegnern der "Massentierhaltung" waren Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt, und Steffen Globig als oberster Vertreter der Verbandsgemeinde Saale-Wipper. Wendenkampf und Globig hatten in der Vergangenheit beschlossen, gemeinsam gegen die geplante Anlage vorzugehen.

"Verbandsgemeinde sieht die Anlage als nicht genehmigungsfähig an."

"Die Verbandsgemeinde sieht die Anlage als nicht genehmigungsfähig an, weil hier Ziele der Raumordnung und Planung der Gemeinde beeinträchtigt werden, weil die Beeinträchtigung der Bevölkerung speziell in Bründel durch Gerüche und Bioaerosolen nicht ausreichend dargestellt, der Brandschutz nicht eingehalten sowie wichtige FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitate) wie der Auenwald in Plötzkau oder die ,Wipper` beeinträchtigt werden können", erklärte Globig bereits im April. Der BUND-Rechtsanwalt Karsten Sommer vertrat gestern BUND und Verbandsgemeinde.

Die Betriebsgemeinschaft Schackenthal war mit mehreren Vertretern vor Ort: "Wie haben die Sorgen der Bevölkerung sehr früh ernst genommen. Von einigen Seiten wurden Ängste geschürt, die zu Verunsicherungen geführt haben", sagte Marcus Horsch, einer der Geschäftsführer der Betriebsgemeinschaft Schackenthal. Im Rahmen des Erörterungstermin wolle die Firma den Bürgern diese "Ängste" nehmen.

Horsch erklärte, die Betriebsgemeinschaft, die 1990 von fünf Familien vor Ort gegründet wurde, wolle auf der Anlage sechs Ställe errichten. Diese sollen je 14 Abteile haben, in denen jeweils 5000 bis 6000 Hühner leben. Die Tiere hätten genug Platz, "um im Sand zu scharren und auf die nächste Stange zu flattern", sagte Horsch.

Die Anlage soll zehn Meter hoch sein. Die Firma will den Trockenkot auf eigenem Land einbringen. Ein Kotlager soll in Schackenthal 6000 Tonnen fassen, ein weiteres in Ilberstedt 5000 Tonnen.

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