Die letzte Sitzung des Verbandsgemeinderates Saale-Wipper endete im Streit mit Verbandsgemeinde-Bürgermeister Steffen Globig. Vorsitzender Ernst-Hermann Brink (Linke) zog dennoch eine positive Bilanz.

Güsten l "Wir haben trotz aller Widrigkeiten viel erreicht", so Brink und nannte nur einige Beispiele. "Die Schulentwicklungsplanung wurde mit dem Erhalt von drei Grundschulen und einer Außenstelle beschlossen, der Kita-Ersatzneubau in Güsten ist weit vorangeschritten und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Ilberstedt sowie das neue Löschfahrzeug für Alsleben sind in Arbeit", sagte er.

Dies alles wäre ohne die aktive Mitarbeit aller Verbandsgemeinderäte nicht möglich gewesen. Dass eine gute Ausstattung der Wehren notwendig sei, hätten die vielen Einsätze gezeigt. Dafür und für ihren selbstlosen Einsatz beim Hochwasser im vergangenen Jahr dankte Brink allen Kameraden und auch den helfenden Bürgern.

Sein Dank ging auch an die Mitarbeiter der Verwaltung. Brink: "Ohne ihre fleißige Arbeit in der Vorbereitung und Nachbereitung der vielen Sitzungen hätten wir nicht über 200 Beschlüsse fassen können." Den nicht wieder kandidierenden Räten wünschte der Vorsitzende alles Gute, Gesundheit und eine sinnvolle Nutzung der gewonnenen Freizeit und dem neuen Verbandsgemeinderat viel Erfolg in der zukünftigen Arbeit, die bestimmt nicht leichter wird, da oft die Finanzen der Knackpunkt sein werden. "Vor allem hoffe ich auf ein mehr an Miteinander als Gegeneinander", sagte Brink.

Anders fiel die Einschätzung von Michael Kiefer von der Fraktion CDU/FDP aus. "Die Zwangsehe hat sich nicht zusammengefunden", sagte er. Mit Giersleben, Güsten und Globig sei keine Einigkeit zu erzielen, und alle anderen müssen darunter leiden.

Der vor der Bildung der Verbandsgemeinde vor 4,5 Jahren viel beschworene Plötzkauer Frieden sei zu einem Papiertiger geworden, meinte Alslebens Bürgermeister Reinhard Schinke (Fraktion CDU/FDP). Das Erscheinungsbild der Verbandsgemeinde nach außen sei desolater als es sein könne. "Das ist eine einzige Katastrophe", so Schinke. Er hofft, dass es in der neuen Legislaturperiode besser werde. "Wenn die Grabenkämpfe weitergehen, wird das die letzte Verbandsgemeinderatswahl geweisen sein", prophezeite der Bürgermeister.

"Zu Streit kommt es nur, wenn die Sacharbeit nicht erledigt wird", sagte der Vorsitzende der Bürgerfraktion, Gierslebens Bürgermeister Peter Rietsch. Als positiv wertete er, dass man nicht jeder Empfehlung der Kommunalaufsicht gefolgt sei.

Man hätte vielmehr bewegen können, so Rietschs Güstener Amtskollege Helmut Zander (Bürgerfraktion), wenn man konstruktiv zusammengearbeitet hätte. Die Bürgermeister hätten gut kooperiert. Auf Globig treffe das aber nicht zu. Er habe keine Bürgermeisterberatungen durchgeführt. "Wenn wir die Zukunft gestalten wollen, dürfen Sie nicht die Gemeinden gegeneinander ausspielen", rief Zander dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister zu. Der reagierte auf den Vorwurf: "Sie legen immer die gleiche Platte auf. Aber keiner will die Musik ,Der Globig ist schuld` mehr hören."

Auf die Frage von Rietsch, worauf er persönlich stolz sei, was er in den vergangenen 4,5 Jahren angestoßen habe, sagte Globig: "Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig", um dann nachzulegen: "Stolz bin ich darauf, dass ich Ihnen niemals hinterher gelaufen bin."