Eine rasante Pegel-Entwicklung nahm gestern die Bode im Bereich Staßfurt. Innerhalb des Vormittags stieg das Wasser von 2,91 Meter (6 Uhr) auf 2,95 Meter (Mittag) und 2,97 Meter am Abend. Und auch an der Wipper spitzte sich die Situation zu. Während die Liethe wieder mehr Wasser durch das Wehr bei Warmsdorf aufnahm, hatte der Güstener Bürgermeister quasi schon den Finger am Knopf des Wehrs zur Flutmulde Osmarsleben.

Staßfurt/Löderburg/Güsten. "Wir sind aktiviert. Der Eigenbetrieb hat 2000 Sandsäcke verbaut. Und die Stadt hat welche nachbestellt", erklärte gestern Oberbürgermeister René Zok zur Hochwassersituation an der Bode. Zudem werden verstärkt die Deiche beobachtet. Athensleben, Löderburg und die Neue Welt in Staßfurt seien die Knackpunkte. Ansonsten sah der OB "keinen Grund zur Panik". Seit dem nach dem letzten Hochwasser eine Rückschlagklappe und eine Pumpe an der Bahnunterführung in Staßfurt installiert wurden, gebe es auch dort keine Probleme mehr.

Von Wachdiensten, die alle zwei Stunden patroullieren, berichtete Siegfried Kalcher. Während in Staßfurt Richtung Hohenerxleben Mitarbeiter des Stadtpflegebetriebes unterwegs sind, übernehmen das bei Löderburg die Kameraden der dortigen freiwilligen Feuerwehr. Der koordinierende Sachbearbeiter im Fachdienst Sicherheit und Ordnung der Stadt erklärt das damit, weil die Löderburger das Doppelte an der geforderten Mindeststärke vorweisen können. Kalcher, der für den Wachdienst verantwortlich zeichnet, sprach von einem "kurzen Draht", den alle Einsatzkräfte untereinander hätten. Von einem bevorstehenden Katastrofenalarm wollte er unterdessen noch nicht sprechen. Das Erreichen der Alarmstufe 4 – im Fall der Bode wäre das bei drei Metern der Fall – würde nicht automatisch Katastrofenalarm bedeuten. "Mit unserem Hoch- wasserdokument aus den Erfahrungen von 1994 kennen wir die Punkte, wo und wann zum Beispiel Sandsäcke verbaut werden müssen", so Siegfried Kalcher. Zum Hochwasserschutz an der Bode sei aber zum Glück auch einiges getan worden. In Güsten hatte derweil Bürgermeister Helmut Zander den Finger am Auslöser, um das Wipperwehr zur Flutmulde Osmarsleben zu ziehen. Das war allerdings bis Redaktionsschluss noch nicht nötig. Für Entlastung sorgten vorerst Überflutungsflächen bei Warmsdorf.

 

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