Neundorf. Angesichts des ständig steigenden Grundwasserspiegels machen sich auch die Neundorfer Ortschaftsräte Sorgen, dass es in ihrem Dorf zu nassen Kellern oder Überschwemmungen kommt.

"Sämtliche im Ort verfügbare Pumpen sind im Betrieb, um Vernässungen zu vermeiden. Das Grabensystem ist funktionstüchtig und nimmt die entsprechenden Mengen auf", informierte Ortsbürgermeister Burkhard Hennicke (CDU) in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Auf dieses Problem und auf den steigenden Wasserstand sei er durch Anrufe von Bürgern aufmerksam gemacht worden.

Weniger gelassen sah Neun dorfs Ex-Bürgermeister Michael Stegmann (SPD-Fraktion) die Situation. "Wir sollten uns Gedanken machen und eine Vorort-Beratung mit den zuständigen Ämtern durchführen", regte er an.

Das Nadelöhr in der Feldflur müsse beobachtet werden, um einer Überschwemmung vorzubeugen. Notwendig sei es auch, den Abfluss des Teiches zu kontrollieren.

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Maaß (Die Linke) äußerte seine Zweifel, ob sich Stegmanns Vorschläge angesichts der Finanzprobleme der Stadt finanziell überhaupt umsetzen lassen.

"Sämtliche im Ort verfügbare Pumpen sind im Betrieb, um Vernässungen zu vermeiden

"Und die finanzielle Situation wird in Zukunft nicht besser, sondern schlechter", pflichtete ihm Hennicke bei. Deshalb müsse man versuchen, aus eigener Kraft etwas zu unternehmen und der zuständige Unterhaltungsverband in Borne müsse die Gräben in der Neun- dorfer Flur warten und entsprechend pflegen, dass sie ihrer Funktion gerecht werden können.

"In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren", so Hennicke, "ist von der Gemeinde auf diesem Gebiet nichts gemacht worden."

Die Fachdienstleiterin für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Anke Michaelis, informierte die Ortschaftsräte, dass die Stadtverwaltung vor zwei Jahren ein hydrologisches Gutachten für die damalige Gemeinde Neun- dorf in Auftrag gegeben hatte. "Die Ergebnisse liegen uns aber noch nicht vor", fügte die Ressortchefin hinzu.

Ungeachtet dessen plädierte Michael Stegmann aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung an der Spitze des Dorfes heraus dafür: "Wir müssen mit Nachdruck dafür sorgen, dass das mal durchgesetzt ist."

Niko Zenker (SPD) nutzte die Ortschaftsratssitzung, um das leidige Thema Ortsdurchfahrt anzusprechen. "Ich freue mich, 20 Jahre nach der deutschen Einheit vom Ortsausgang in Richtung Staßfurt das alte Kopfsteinpflaster wieder zu sehen", sagte der Kommunalpolitiker unter Hinweis auf die zahlreichen Schlaglöcher, die der strenge Frost im Dezember dort hinterlassen hat.

Die Probleme auf dieser Landesstraße 72 seien dem Landesbetrieb Bau West bekannt, sagte Hennicke. Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr Planungen entwickelt. Ein Ausflicken helfe dort gar nichts mehr. Die gesamte Straße muss grundhaft ausgebaut werden, forderte der Ortsbürgermeister.

Da kann man gleich die Tempo-30-Schilder hinstellen, die im vergangenen Jahr in der gesamten Ortslage gestanden hatten, schlug Eberhard Freudenberg (CDU-Fraktion) vor.

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