In Hecklingen haben Kameraden der Feuerwehr geübt, wie sie in zuvor nicht bekannten Notsituationen Menschenleben retten. Auf einem mehrtägigen Workshop wurde Praxis, Wissen und Erfahrung trainiert.

Hecklingen l Drei Tage Feuerwehr-Ausbildung: Das ist Ausbildung hautnah. Das ist Ausbildung am Ernstfall. Das ist Ausbildung, die immer wieder Spielräume lässt, Neues zu erlernen. Denn: Wenn sich der elektronische Pieper bei den Wehrleuten akustisch meldet, muss jeder Handgriff sitzen.

Die Hecklinger Feuerwehrleute kamen daher kürzlich zum Workshop in ihrem Depot zusammen, um mehrtägig zu trainieren.

"Hier können wir uns mit der ständig verbesserten neuen Technik vertraut machen."

"Wir treffen uns all 14 Tage zum Dienst. Doch hier können wir heute mal intensiver üben und uns mit der ständig verbesserten neuen Technik vertraut machen", erklärt Stephan Broda, Ausbildungsleiter und Verantwortlicher der Übungseinheit.

16 aktive Kameraden waren beim aktuellen Probetraining nach Feierabend dabei. Sie kennen sich mit einem neuen Rettungsrucksack, der seit Beginn des Jahres in allen Fahrzeugen der Ortswehren in der Stadt Hecklingen hängt, jetzt bestens aus. Denn der Umgang mit den neu bestückten Utensilien wurde am ersten Abend ausführlich und intensiv geschult.

Markus Kintzelt, Rettungssanitäter, seines Zeichens Lehrassistent und Praktikanten-Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz, nahm sich die Zeit und erklärte den Kameraden am Abend, was man alles mit diesem modernen Rucksack so machen kann und muss. Die Kameraden waren gierig nach neuem Wissen und hakten immer wieder mit Fragen nach.

"Dies ist eine qualitativ hochwertige Anschaffung, und wenn mit diesem Rucksack in zehn Jahren auch nur ein Menschenleben gerettet werden kann, hat sich diese Anschaffung gelohnt", so Kintzelt.

Am Morgen darauf ging es für alle nach einem zünftigen Frühstück weiter. Stationsbetrieb bis zum Mittag: Immer wieder wurden einzelne Gebietsthemen erläutert und geübt. Praxisnah sollen die Übungen sein. Fahrzeuge wurden daher zum ehemaligen Trocknungswerk geordert. Hier fuhren die Kameraden realistische Einsätze. Außer dem Übungsleiter Broda wusste keiner, was kommt. Somit wurden die Kameraden gefordert wie im Ernstfall. Auf das folgende Szenario mussten die Helfer spontan reagieren: Ein fiktiver Bauunfall wird gemeldet, ein Bauarbeiter ist unter einer Zentner schweren Betonplatte eingeklemmt. Kamerad Stefan Peinert kommt frisch von der Feuerwehrschule Heyrothsberge. Nach einem zweiwöchigen Gruppenführerlehrgang darf er sich Gruppenführer nennen. Er fungiert als Einsatzleiter. Wie heben wir den Beton? Wen muss ich nachfordern? Welcher Trupp macht was und was ist am effektivsten? Fragen wie diese schießen ihm durch den Kopf. Doch keine Panik. Peinert bleibt ruhig und besonnen.

"Wenn mit dem Rucksack nur ein Menschenleben gerettet werden kann, hat sich die Anschaffung gelohnt."

Beim fiktiven Garagenbrand danach kommen Lars Kunze und Kevin Kaufmann schwer ins Schwitzen. Mit der Handwinde ziehen sie den Pkw aus der Garage, es klappt nicht gleich auf Anhieb. Beide haben den Grundlehrgang des Feuerwehrmannes absolviert und rückten aus der eigenen Jugendwehr nach in den aktiven Dienst der Hecklinger Feuerwehr. Übungsleiter Broda steht abseits lächelnd mit einer Kladde und notiert Mängel oder Hinweise, die er an die Kameraden weitergeben wird. Er unterbricht den Einsatz nicht. Erst gegen Abend beim Abschluss werden einige Mängel ausgewertet. Für die 16 Kameraden war es alles in allem ein lehrreiches Wochenende. Was wieder einmal mit Spaß und Ausbildung gepaart war. Das steht für alle, die teilnahmen, fest.

 

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