Wer bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) nur ans Wasser denkt, der liegt bereits falsch. Denn schon am Strand oder auf dem Boot müssen die Retter vollen Einsatz zeigen.

Staßfurt/Bernburg l Die Arme aufgeschürft, ein zerkratztes Gesicht und fieberige Augen - in diesem Zustand fanden die künftigen Retter Clemens Kotzyba vor. Der junge Mann brauchte dringend Hilfe. Dieser Notfall, der nach bitterem Ernst aussah, war glücklicherweise nur eine Simulation. Clemens gehört eigentlich zum Jugend-Einsatz-Team des DLRG und erklärte sich als Statist für einen wichtigen Test bereit.

Denn solche Situationen sind keine Seltenheit. "Zum Retten bei der DLRG gehört nicht nur das schwimmerische Können, sondern auch das Wissen zur medizinischen Erstversorgung vor Ort", erklärt Katja Schulz, Ausbildungsleiterin der DLRG Bernburg, in der sich auch Staßfurter ehrenamtlich engagieren. "Bereits auf dem Boot oder am Strand wird mit der medizinischen Versorgung begonnen bis die Verunglückten an den regulären Rettungsdienst übergeben werden."

Die Retter des DLRG müssen also nicht nur Personen aus dem Wasser ziehen können. Menschen können sich beim Grillen am Strand verbrennen, beim Sprung ins Wasser Kopfplatzwunden und Stichverletzungen erleiden oder während des Schwimmens einen Herzinfakt bekommen. So ein Fall ereignete sich erst im vergangenen Sommer im Staßfurter Strandsolbad.

Daher muss jeder DLRGler ein seiner Grundausbildung eine 24-stündige Ausbildung zum Sanitätshelfer machen, später folgt dann die Ausbildung zum Sanitäter. "Auch ein DLRG-Bootsführer kommt um die Sanitätshelferausbildung nicht umhin", erklärt Katja Schulz.

Genau aus diesem Grund spielte Clemens Kotzyba so realitätsnah einen Schwerverletzten. Er assistiert den DLRG-Ausbildern Martin und Katja Schulz aus Güsten und Steven Brode aus Stafurt, als sie jungen Einsatzkräften des DLRG die Abschlussprüfung zum Sanitätshelfer abnahmen. Mit ihm stellten René Kotzyba und Gordon Heinrich, auch Mitglieder des Jugend-Einsatz-Teams, weitere Verwundete dar.

Zur Prüfung gehörten auch die Herz-Lungen-Wieder- belebung und die patientengerechte und wirbelsäulenschonende Rettung sowie ein schriftlicher Test.

Neun ehrenamtliche Einsatzkräfte der DLRG Ortsgruppe Bernburg, Bitterfeld, Aschersleben und Halle haben bestanden und können sich jetzt offiziell Sanitätshelfer nennen.