Die Staßfurter hat die Geschichte aus Serbien gerührt. Nachdem Holger Brandl am Sonnabend in der Staßfurter Volksstimme zum Spenden für Belgrad aufrief, erlebte Maic Knothe in der Sammelstelle eine große Hilfsbereitschaft.

Staßfurt/Belgrad l "Er rief mich am Montag an und sagte: `Also, Manuela, Du musst sofort herkommen`", erzählt die Ehefrau von Holger Brandl. Dieser ist beruflich in Belgrad tätig und möchte bei seiner nächsten Fahrt mit dem Lkw am 14. Juni, wenn er wie immer Baumaterial transportiert, Spenden für die Flutopfer nach Belgrad mitnehmen.

Sein guter Freund Maic Knothe, der in der Bernburger Straße in Staßfurt ein Fernsehgeschäft betreibt, erklärte sich bereit, die Spenden tagsüber anzunehmen. Denn Holger Brandl selbst ist derzeit wegen der Arbeit noch in Belgrad und wird erst nächste Woche nach Hause kommen.

Doch über die Masse der Spenden war auch Maic Knothe erstaunt. "Nachdem es am Sonnabend in der Zeitung stand, ging es hier los. Es waren etwa 20 bis 25 Leute da, die Spenden abgegeben haben - Kleidung, Decken, kleine Haushaltsgeräte. Hier kamen auch schon vier volle Autos an", erzählt Maic Knothe.

"Die meisten Spender sagten mir, sie seien doch sehr gerührt von den Geschehnissen in Serbien. Ich denke, das hat viel mit dem letzten Hochwasser in Sachsen-Anhalt zu tun. Das schlägt bei den Menschen hier zu Buche", schätzt Maic Knothe ein.

Er nimmt die Sachen gern an und freut sich auch weiterhin über fleißige Spender. Da er jedoch nicht so viel Lagerplatz hat, wie die Staßfurter derzeit spenden, war Manuela Brandl bis jetzt jeden Abend bei ihm und holte die Spenden ab. Auch sie ist gerührt von der Hilfsbereitschaft der Staßfurter.

Sie zeigte der Volksstimme das "hauseigene" Spendenlager im Gartenhaus der Familie. "Es ist richtig süß. Die Leute haben alles beschriftet. Hier steht `Geschirrtücher` drauf. Hier ist ein Wasserkocher drin", sagt sie und zeigt die vielen Pakete und Beutel.

Das meiste sind Kleidung - sogar ein Herrenanzug für die Sonntagsmesse ist dabei -, Matratzen, Decken, Küchengeräte, Geschirr. "Es haben mich sogar ältere Damen angerufen, die auch etwas geben wollen, aber nicht selbst Auto fahren und die Sachen zu Maic Knothe bringen können. Deswegen werde ich demnächst zu ihnen fahren und die Sachen abholen", erklärt Manuela Brandl.

Das, was sich die Staßfurter Familie aus dem Spendenaufruf erhofft hatte, ist längst übertroffen worden. Holger Brandl hat in seinem Lkw neben dem Baumaterial in etwa fünf Kubikmeter Platz, die er für die Spenden reserviert hat. "Es steht schon jetzt fest, dass er zwei Mal fahren wird", sagt Manuela Brandl. Sie freut sich über die Spendenbereitschaft. "Es ist schön, dass die Menschen etwas abgeben."

Daher sammelt Familie Brandl weiter. Maic Knothe nimmt Spenden in seinem Geschäft (in der Bernburger Straße 18 in Staßfurt, montags bis freitags 14 bis 17.30 Uhr) noch bis zum 13. Juni entgegen.

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