Auf dem Acker tut sich plötzlich der Boden auf. Am Sonnabend sorgten Löcher auf dem Feld und Senkungserscheinungen der daneben gelegenen viel befahrenen Kreisstraße 1306 kurz vor Groß Börnecke für Aufsehen. Den Ursachen geht das Landesamt für Geologie und Bergwesen jetzt auf den Grund. Durch Bergbau hervorgerufene Hohlräume unter der Erde könnten die Ursache sein.

Groß Börnecke. Die Börnecker Straße musste am Wochenende kurzzeitig gesperrt werden. Hubschrauber, Polizei und Einsatzkräfte waren vor Ort. Mitarbeiter der zuständigen Kreisstraßenmeisterei und des Bergbauamtes wurden gerufen, nachdem ein besorgter Bürger die Rettungsleitstelle der Feuerwehr informiert hatte.

In Groß Börnecke hatte sich am Abzweig Jakobsgrube auf dem Acker die Erde an mehreren Stellen abgesenkt. Hinzu kommt, dass daneben die Fahrbahn der angrenzenden Börnecker Straße zirka einen Kilometer vor der Ortslage abgesackt ist. Eine leichte Delle soll es an der Stelle schon seit langer Zeit gegeben haben. Seit Sonnabend ist sie um rund einen Meter tiefer.

Bisherige Untersuchungen des Landesamtes für Geologie und Bergwesen haben jetzt ergeben, dass sich das Feld an insgesamt 27 Stellen geöffnet hat. So viele Tagesbrüche (siehe Infokasten) seien in der Nähe der Straße registriert worden, teilte Pressesprecher Dr. Bodo-Carl Ehling gestern mit. Er sprach davon, dass die Löcher maximal einen halben Meter tief sind und bis zu fünf Meter in der Breite messen.

Die Geologen gehen weiter davon aus, dass die Ursache für die Senkungserscheinungen im Bergbau zu finden sind. In dem Gebiet rund um Groß Börnecke wurde Braunkohle Mitte des 19. Jahrhunderts im Tiefbau abgebaut. "Es handelt sich um das Grubenfeld der Grube Eduard." Dort sei Braunkohle bis 1850 sehr oberflächennah in Tiefen zwischen acht und 20 Metern gefördert worden.

Keine Vollsperrung, dafür Tempo 30

Die Straße war für den Verkehr am Sonntag aber wieder frei. Warum eine Vollsperrung aus Sicherheitsgründen im Moment aus Sicht der Experten nicht nötig ist, erklärt Ehling: "Man hat bereits in den 1980er Jahren von Seiten der Bergsicherung viele Hohlraumsicherungen mit Sand und Kies ausgeführt." Daher gehe man davon aus, dass keine größeren Hohlräume mehr existieren. Sollten kleine leere Stellen unterirdisch doch noch vorhanden sein, was jetzt abgeklärt wird, müssten diese ebenfalls verfüllt werden. Erst wenn sicher sei, dass vorhandene Resthohlräume nicht mehr existieren, könne eine seit Sonntag eingerichtete Geschwindigkeitsbegrenzung im betroffenen Abschnitt aufgehoben werden. Bis dahin gelte Tempo 30.

Das Limit sei von beiden Seiten auf rund 400 Metern eingeführt worden, auch um sicher zu gehen, dass Fahrzeuge aufgrund der Straßensenkung nicht von der Fahrbahn abkommen und aus der Bahn geworfen werden, erklärte Steffen Wendel, Bereichsleiter der zuständigen Kreisstraßenmeisterei.

 

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