Mit dem hohen Grundwasserspiegel beschäftigten sich die Ortschaftsräte des Ortsteils Förderstedt in ihren jüngsten Sitzung im Bürgerhaus in Glöthe. Probleme gibt es nicht nur in Glöthe, wo Keller unter Wasser stehen, sondern inzwischen auch in Förderstedt und in Atzendorf. Heute will der von der Stadt beauftragte Gutachter um 16 Uhr im Rathaus seine Ergebnisse vorstellen.

Förderstedt/Glöthe. "Die Grundwassersituation wird in Glöthe immer prekärer", schätzte Förderstedts Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) in der jüngsten Ortschaftsratssitzung im Bürgerhaus in Glöthe ein.

Aus seiner Sicht seien zur Bekämpfung zwei Schritte notwendig. Langfristig müsse ein Maßnahmekatalog erarbeitet werden. Kurzfristig gelte es, für diejenigen Hilfe zu organisieren, die Unterstützung benötigen. Inzwischen seien durch den anhaltend hohen Wasserstand in den Kellern schon etliche Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wie Oberbürgermeister René Zok (parteilos) informierte, kommt heute der von der Stadt beauftragte Gutachter ins Staßfurter Rathaus. "Er wird den aktuellen Stand darstellen und auch mit der Bürgerinitiative sprechen", so das Stadtoberhaupt und versicherte den Betroffenen: "Wir sind an diesem Thema dran."

Aber auch in Förderstedt seien plötzlich große Flächen überschwemmt worden. Wie der stellvertretende Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Lärz (CDU) informierte, hätten sein Grundstück in der Üllnitzer Straße, auf dem sich auch eine Gaststätte sowie eine Kegelbahn befinden, und die Nachbargrundstücke vor wenigen Tagen innerhalb von wenigen Minuten 15 Zentimeter unter Wasser gestanden.

"Der ganze Acker entwässert sich über mein Grundstück"

Mit Hilfe von Technik habe man in kürzester Zeit die Barrieren beseitigt, so dass das Wasser ablaufen konnte.

Wenn die Vorflutgräben gepflegt werden würden, wäre das Abwasserproblem zum Teil gelöst, sagte Lärz. "Der ganze Acker", so stellte er fest, "entwässert sich über mein Grundstück."

Beim Bau des neuen Radweges von Förderstedt nach Üllnitz habe man keine Drainage eingebaut, obwohl dort ein Planungsbüro tätig gewesen sei, dass eigentlich wissen müsste, wie notwendig das sei, sagte der Kommunalpolitiker.

Auf den Hinweis von Wolfgang Günter (Wählergemeinschaft "Wir für Brumby"), dass die Wasserprobleme durch ungepflügte Äcker verstärkt würden, die kaum noch eine Versickerung von Niederschlägen zulassen, reagierte CDU-Stadtchef Marco Kunze, dass es im vergangenen Jahr in unserer Region im Vergleich zum zehn- bis zwanzigjährigen Mittel die doppelte Menge an Niederschlägen gegeben habe. Statt rund 500 Millimeter seien es 1000 Millimeter gewesen. "Das Grabensystem ist überlastet und die Böden sind nicht mehr aufnahmefähig", erklärte Kunze, der sich als Landwirt mit der Materie bestens auskennt.

In Atzendorf, so berichtete Günter Döbel den Ortschaftsräten, hätten vor Weihnachten ein Viertel aller Haushalte nicht mehr die Toilette benutzen können, weil das Grundwasser besonders im Bereich Am Teich und am Handweiser in das Kanalnetz gedrückt habe.

Er hoffe, dass die Stadtverwaltung zu diesem Thema mit der Geschäftsführung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes "Bode-Wipper" eine Abstimmung vornehme, was in einem solchen Fall passieren soll, sagte Döbbel.

   

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