In Groß Börnecke hat der Männerchor auf dem Vereinsgelände "Kugelfang" vor mehreren Jahrzehnten eine Mauer hochgezogen. Schützen, die mittlerweile auf dem Areal wieder zuhause sind, haben die Begrenzung jetzt erneuert. In diesem Zusammenhang kamen historische Dokumente zu Tage.

Groß Börnecke l Wolfgang Hoffmann von der Abteilung Chronik des Kultur- und Heimatvereins Groß Börnecke zieht ein altes Schwarz-Weiß-Foto aus der Tasche. Sicher ist: Es wurde Ende der 1960er Jahre aufgenommen. Darauf zu sehen sind Männer bei der Arbeit. Sie bauen eine Mauer. "Eine Begrenzungsmauer", präzisiert Hoffmann. Er weiß, dass die Personen auf dem Bild zum hiesigen Männerchor gehörten. Bekannt ist auch, dass sie auf der Vereinsanlage "Kugelfang" arbeiteten. Denn dort hatten die Mitglieder der Musikgruppe in der früheren DDR ihr Vereinsdomizil, nachdem die Schützen hier zuhause waren, ihr Verein damals aber vorübergehend nicht mehr aktiv war.

Antrag von 1968 erhalten

Ein Antrag des Männerchores, der als Originaldokument aus dem Jahr 1968 erhalten ist, belegt dies. Darin heißt es: "Da dieses Grundstück für Schießübungen nicht mehr infrage kommt und dem Verfall gewidmet ist, stellt der hiesige Männerchor den Antrag, uns diesen Raum zum Ausbau für unsere Übungsstunden und andere kulturelle Zwecke zu überlassen." Und dazu kam es auch. Wolfgang Hoffmann, dem das zitierte Schreiben vorliegt, weiß, dass damals rund 40 Mitglieder im Verein aktiv waren. Viele Veranstaltungen seien auf dem "Kugelfang" Anziehungspunkt gewesen.

Ob Freilichtkino oder Frühlingssingen - dem Männerchor sei es damals gelungen, die Vereinsfläche "Kugelfang" weiter zu entwickeln. Auch viele Arbeitseinsätze fanden statt.

Hier kommt Hoffmann zurück zum Schwarz-Weiß-Foto. "Wir wissen nicht, wer auf dem Bild zu sehen ist", erklärt der Groß Börnecker.

Er hat aber ein großes Interesse daran, zu erfahren, welche Mitglieder des Männerchores damals mithalfen und freut sich auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung. "Vielleicht kennt jemand den ein oder anderen, der zu sehen ist", bittet er um Hinweise.

Teile der Mauer, die die unbekannten Männer damals bauten, haben die Zeit überdauert und wurden jetzt wieder flott gemacht.

Das haben aber nicht die Sänger übernommen, weil sie schon lange nicht mehr im "Kugelfang" proben. Die Schützen zogen nach der Neugründung ihres Vereins nach der Wende wieder ein. Sie sind ebenfalls daran interessiert, das Areal zu pflegen.

Mitglieder trafen sich kürzlich, um die mittlerweile zerfallene Mauer wieder instand zu setzen. Mit Erfolg. "Mit einem kleinen Richtfest wurde die Fertigstellung gefeiert", freut sich Wolfgang Hoffmann darüber.

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