Staßfurt/Athensleben/Löderburg. Bewohner unterhalb des Athensleber Schlosses gelangen nur noch über Sandsäcke in ihre Wohnhäuser. Der Bode-Pegel Staßfurt war gestern im Laufe des Tages erneut innerhalb des Alarmstufenbereichs IV angestiegen. "Die Lage ist angespannt, aber die Kameraden der Feuerwehren Löderburg, Atzendorf und Neundorf tun alles, was in ihrer Macht steht. Wenn Bürger sich melden, helfen die Einsatzkräfte, wo sie können", erklärte die Staßfurter Ordnungsamtsleiterin Susanne Henschke. Auch in Löderburg am Kirchplatz gelangen Anwohner nur noch über Sandsackstege in ihre Wohnhäuser.

Anne-Kathrin Stephan weiß mit der Situation umzugehen. "So schlimm war es aber seit 1994 nicht mehr", sagte die Athensleberin. "Unsere Ölheizung haben wir dereinst schon nicht im Keller installiert. Jetzt hoffen wir, dass die Bode nicht noch mehr steigt." Das Wasser fließt schon einige Tage munter übers Gehöft. Die Familie quartierte ihre Hühner deshalb eine Etage höher ein. Auch die Tiere kommen anscheinend noch klar. "Die Hühner haben heute schon zwei Eier gelegt", meint Anne-Kathrin Stephan gestern, während die Kameraden immer mehr Sandsäcke zu immer höheren Stegen aufbauen.

Derweil musste der Einsatzstab in Löderburg bereits Straßensperrungen in Erwägung ziehen. Auf einer Länge von etwa 100 Metern ergoss sich das Wasser über die Kreisstraße zwischen Athensleben und Groß Börnecke. Am Nachmittag veranlasste der Landkreis die Vollsperrung. Das wollte die Stadt Staßfurt auch in Löderburg für den Thie, der immer mehr überflutet wurde. "Das Problem ist der Schwerlastverkehr. Der könnte dazu führen, dass die Fahrbahn zerstört wird, wenn der Unterbau aufgeweicht ist", erklärte Susanne Henschke. Der Landkreis wartete in diesem Fall aber noch ab.

Gesperrt sind die Straße zwischen Hohenerxleben und Löbnitz, in Staßfurt nach wie vor die Grenzstraße und die Horst. Geschwindigkeitsbegrenzungen beziehungsweise Warnschilder aufgebaut wurden für die Straßen Im Moore, die Bernburger Straße (Höhe Grenzstraße) und An der Bode (Höhe Hofjäger). "Jetzt können wir nur wieder abwarten und hoffen, dass der Pegel fällt", spricht Susanne Henschke sicher vielen Betroffenen aus der Seele. Gestern Abend war der Pegel Staßfurt bis auf 3,18 Meter gestiegen.Letzte Lokalseite