Der Ausbau des Ameos-Klinikums Staßfurt kommt voran. Wenige Monate nach der Eröffnung der Geriatrie konnte dort gestern bereits der zweite Bauabschnitt mit 13 Zimmern in Betrieb genommen werden. Damit verfügt die Altersmedizin nun über insgesamt 48 Betten.

Staßfurt l "Das war ein sehr erfolgreicher Start im Oktober des vergangenen Jahres. Und die Nachfrage ist seit dem enorm gestiegen", äußerte sich Professor Dr. Roland Scola, Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie und Geriatrie, erfreut darüber, dass die neue medizinische Leistung von Ameos, in Staßfurt altersbedingte Krankheiten behandeln zu können, von den niedergelassenen Ärzten mit der Einweisung von immer mehr Patienten sehr gut angenommen wird.

"Im ersten Bauabschnitt mit insgesamt 20 Betten haben wir bislang monatlich bis zu 35 Patienten behandeln können. Die durchschnittliche Verweildauer betrug rund 16 Tage", sagte Klinik-Direktor Torsten Jörres.

"Das hängt vom Potenzial der Patienten ab. Bei den meisten schaffen wir es innerhalb von zwei Wochen", sagte Stationsarzt Dr. Holger Böhme, der von einem "Trainingslager unter medizinischen Bedingungen" sprach, dass auf die Bedürfnisse der alten Menschen ausgerichtet sei. Nach deren Einlieferung erfolge zunächst eine Untersuchung. Danach werde ein Pflegeplan aufgestellt.

Der zweite Bauabschnitt, der von Januar bis Mai ausgeführt wurde, verfügt über 13 Zimmer mit 28 Betten. Dabei handelt es sich überwiegend um Ein- und Zweibett-Zimmer, die alle barrierefrei und mit integrierter behindertengerechter Nasszelle ausgestattet sind.

Darüber hinaus sind dort Abstellräume für Roll- und Toilettenstühle, Gehhilfen und Pflegemittel sowie zusätzlich für das Therapiezentrum zwei integrierte Therapieräume und ein Stationsbad, Funktionsräume für die Untersuchung sowie Speise- und Aufenthaltsräume vorhanden. Der gesamte Bereich umfasst nunmehr eine Fläche von 1850 Quadratmeter.

"Da müssen wir mit Qualität überzeugen und das tun wir auch."

Klinik-Direktor Torsten Jörres machte anhand der Formel 60 Betten pro 100 000 Einwohner einen Bedarf von 120 Betten für den gesamten Salzlandkreis aus. Davon sind im Krankenhaus der Arbeiterwohlfahrt Calbe 64 vorhanden. "Es fehlen also rechnerisch 56 Betten", so Jörres, der Staßfurt auf diesem Gebiet nicht als Konkurrenz für Calbe bezeichnete.

Die demografische Entwicklung werde dafür sorgen, dass sich die Nachfrage noch erhöhen werde, denn die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen nehme mit zirka 30,6 Prozent stark zu, informiert Jörres weiter.

Deshalb erweise sich der Aufbau der geriatrischen Versorgung innerhalb des Ameos-Verbundes als sinnvoll. Ihr Ausbau im Landkreis sei notwendig, so Jörres. Derzeit sei man mit dem Sozialministerium in Magdeburg im Gespräch, damit die Geriatrie in Staßfurt in den Krankenhausplan des Landes aufgenommen wird, teilte der Klinikchef mit und fügte hinzu: "Da müssen wir mit Qualität überzeugen und das tun wir auch."

Bei der Geriatrie handelt es sich um eines der jüngsten medizinischen Fächer, sagte Professor Scola. Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass die älteren Patienten, möglichst nicht in ein Pflegeheim eingewiesen werden müssen, sondern wieder in ihre Wohnung können, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, "Das gelingt uns zu 70 Prozent", sagte der Professor. Davon profitieren nicht nur die Senioren, sondern auch die Gesellschaft, denn ein Heimplatz koste sehr viel Geld, sagte Chefarzt Dr. Thomas Mattahil.

Er verwies darauf, dass die Altersmedizin sehr personalintensiv sei. An die Pflegekräfte würden besondere Anforderungen gestellt. "Und nirgendwo", so Professor Scola, "ist die Teamarbeit so gefragt wie in der Geriatrie." Das erfordere, dass die Pfleger, Therapeuten, Ärzte, Sozialarbeiter und manchmal auch die Seelsorger gut zusammenarbeiten.

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