Das war schon ein kleiner Krimi, den Holger Brandl da in den letzten Tagen durchlebte, anstatt seinen Urlaub in der Heimat zu genießen. Wer hätte das gedacht, dass es so schwierig ist, einen Transport mit Spenden für die Flutopfer über die serbische Grenze zu bringen, ohne hohe Zollgebühren bezahlen zu müssen?

Neundorf/Staßfurt l Dem ersten Hilfstransport sollte ein zweiter folgen (Volksstimme berichtete). Noch einmal eine Lkw-Zollgebühr in Höhe von 250 Euro an der Grenze zu Serbien lassen, das wollte Holger Brandl aber vermeiden. Und so setzte er sich mit der Botschaft in Berlin in Verbindung.

"Am Telefon klang alles vielversprechend", so der Neundorfer, der beruflich in Belgrad zu tun hat.

Dann kam das Fax, das die Aktion fast hätte platzen lassen. Die Botschaft sehe sich außerstande, den Transport dahingehend zu unterstützen, dass er zollfrei die Grenze passieren darf. "Wir waren schon so weit, dass wir die Tour abblasen und die Kleiderkammer des DRK-Kreisverbandes Staßfurt-Aschersleben die vielen Spenden genommen hätte", erklärt Brandl gestern Nachmittag, als er den Sprinter vollpackt, noch sichtlich genervt von den Schwierigkeiten.

Doch der 51-Jährige findet eine andere Lösung, damit die Fuhre doch ihren eigentlichen Zielort erreicht - ohne Mehrkosten zu verursachen, die den Flutopfern auch nicht helfen. Er lädt die Spenden vom Sprinter, der an der Grenze als Lkw abgefertigt wird, nochmal um in einen VW-Transporter. Dieses Fahrzeug werde jedenfalls als Pkw behandelt, hat Holger Brandl in Erfahrung gebracht.

Am Sonntag geht`s nun los. 1200 Kilometer gen Südosten. "Wir nehmen jetzt erstmal vorwiegend die Sachen mit, die für ein überflutetes Kinderheim in Frage kommen: Kindersachen, Decken, Spielzeug", beschreibt der Neundorfer den nächsten Schwung. Denn mit einer Tour bringt er bei Weitem nicht alles weg, so groß war die Spendenbereitschaft. Das Serbische Rote Kreuz habe nun signalisiert, dass es einen eigenen Transport organisieren wird. "Diese Sachen werden dann von uns zu Hause abgeholt", erklärt der Handwerker, wie es weitergeht.

Und er vergisst nicht, sich zu bedanken: bei allen Spendern, bei den Firmen Richter und Knothe, die die Fahrzeuge stellen und beim BCS, das eine Halle als Sammelstelle zur Verfügung stellte. Dass nun am Mittwoch nochmal ein Aufruf zum Spenden erfolgte, bedauert Brandl. Denn da war eigentlich die Kapazität längst erfüllt. Aber der rührige junge Mann fährt sicher nicht das letzte Mal nach Serbien, wo die Hilfe aus Staßfurt/Neundorf herzlich gern angenommen wird.