Förderstedt l Das France-Mobil ist ein Programm der Robert- Bosch-Stiftung und wirbt für die Förderung der französischen Sprache in Deutschland. Bundesweit sind zwölf Mitarbeiter dafür im Einsatz. Einer davon, Martin Rieu, kam nun nach Förderstedt.

Er gestaltete mit Französischlehrerin Heike Krüger eine Unterrichtsstunde in den beiden sechsten Klassen der Sekundarschule. Rieu studierte in Paris Physik, wollte ausländische Erfahrungen sammeln und kam so zur Robert-Bosch-Stiftung. Ziel sei es, mehr Schüler für Französisch als zweite Fremdsprache zu begeistern. Außerdem: mit alten Vorurteilen gegen Frankreich aufzuräumen und Frankreich als Nachbarstaat auch sprachlich anzuerkennen.

Die Unterrichtsstunde begann er mit französischen Worten, die auch bei uns bekannt sind. So weiß eigentlich jeder, dass Bonjour Guten Tag heißt. So begrüßte Martin Rieu die Schüler. Und ebenso ist es mit ja - oui und nein - non. Und auch, dass die Landesbezeichnung für Frankreich France ist, setzte er als bekannt voraus.

Die Worte wurden im Chor von den Schülern nachgesprochen und so näherte man sich auch unbekannteren Worten. Dabei halfen notfalls die Zeichensprache oder Bilder. Den Schülern schien diese Unterrichtsform Spaß zu machen, denn verschiedentlich war das Wort "cool" zu hören, das zwar nicht französisch ist, aber Zustimmung ausdrückt. So verlief die Stunde mit immer neuen Worten, die die Schüler lernten und nachsprachen.

Schließlich wurden Karten mit Bildern verteilt. Der französische Name war dazu zu nennen wie Baguette, Restaurant und auch die Jalousie. Dann erhielt jeder Schüler eine Karte mit einem Bild oder einer Bezeichnung. Sie sollten nun die Übereinstimmung von Bild und Name herstellen. Das gelang recht gut.

Und man kam noch auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu sprechen, auf die Chancen von Frankreich und Deutschland. Zum Schluss beantwortete Rieu noch Fragen der Schüler. So sagte er, dass das Französisch auf der Welt nach Englisch, Chinesisch und Spanisch an vierter Stelle steht und weltweit von 230 Millionen gesprochen wird. Das Verhältnis der Menschen zum Auto sei in Frankreich nicht so intensiv wie bei uns und die Löhne in Deutschland etwas höher.

Dann erzählte er noch, ihm sei aufgefallen, dass in deutschen Großstädten weniger kleine Handwerksläden als in Frankreich anzutreffen sind und konkretisierte das anhand der Bäckereien. Backwaren seien nach seiner Erfahrung in deutschen Großstädten nur in Supermärkten und von Großbäckereien zu bekommen.