Keine Spur von Entspannung zwischen dem Güstener Bürgermeister Helmut Zander und Saale-Wipper-Verwaltungsleiter Steffen Globig. Zankapfel Montagabend im Stadtrat: Der Haushalt für 2014.

Güsten l "Sie haben versprochen, Ende Mai den Haushalt vorzulegen. Wir haben Mitte Juni und noch keine einzige Zahl", warf Zander Globig aufgebracht vor. "Sie blockieren die Entwicklung der gesamten Stadt Güsten!" Globig entgegnete an diesem Abend nicht viel mehr als: "Wir versuchen mit Hochdruck, die Zahlen zu erstellen." Die Doppik sei Schuld. Viel mehr Antworten ließ Zander wie gewohnt auch nicht zu.

Dieses Gebaren sei der Hauptgrund, warum er meist erst am folgenden Tag Stellung nehme, so Globig gestern schriftlich. Die Verbandsgemeinde arbeite seit Jahren mit Hochdruck an der Doppik. "Rückschläge mussten wir erfahren durch den vorübergehenden Stopp durch die Landesregierung; keine geförderten Absolventen; monatelange Krankheit der Kämmerin als Ergebnis der Datenausspähung meines Rechners; Verweigerung des Hauptausschusses, einen geeigneten Gebäudemanager einzustellen".

Das Bauamt hätte es bisher nicht geschafft, die notwendigen Abschreibungen der über 137 Gebäude und 278 Straßen "nebenher" zu bewerten, so Globig. "Wir haben aber mittlerweile sehr viel geschafft. Daran arbeitet nun seit Februar ausschließlich ein Absolvent der Hochschule Harz." Dieser werde nun durch eine weitere Mitarbeiterin unterstützt. Die anderen Mitarbeiter seien die ganze Zeit über mit Aufträgen aus den Gemeinden beschäftigt worden, die einen solchen Umfang ausmachten, "dass dieser nicht mit dem vorhandenen, unterbesetzten Personalstamm abzuarbeiten ist". Hätte das Bauamt für die Doppik gearbeitet, wäre in den Gemeinden gar nichts passiert.

"Ich finde es deshalb unfair, sogar dreist, dass diejenigen, die selbst für Personalnotstand sorgen, die unsere Verwaltung blockieren oder dies dulden, mir vorwerfen, dass kein Haushalt vorliegt", rechnet Steffen Globig ab. "Außerdem verstehe ich nicht den Schrei nach dem Haushalt. Die Stadt Güsten befindet sich seit Jahren in der Haushaltskonsolidierung. Jede Investition über 2000 Euro muss die Kommunalaufsicht abnicken. Das wird im Jahr 2014 nicht besser. Seit Freitag ist die Stadt Güsten sogar zahlungsunfähig und kann ihren Verpflichtungen gegenüber der Verbandsgemeinde nicht nachkommen. Ob dieses Zahlenwerk herbeigesehnt werden sollte, wage ich zu bezweifeln."