EgelnerMulde l Friedlich ging es nicht immer zu im Verbandsgemeinderat der Egelner Mulde. In den vergangenen viereinhalb Jahren gab es manch lautstarke Debatte im Ratssaal. Nicht oft waren sich die 21 Herren und eine Frau in der politischen Beurteilung der Beschlussvorlagen einig. Trotz der ausgeprägten Streitkultur galt fraktionsübergreifend, dass sich alle nach der Sitzung noch in die Augen schauen konnten, erinnerte Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr. Oftmals saßen die Gemeinderäte nach den Sitzungen noch in einem der Restaurants der Kleinstadt zusammen. Dann waren gegensätzliche Überzeugungen für einen Moment wieder vergessen. "Wir haben uns die Meinung gesagt, es hat aber auch Spaß gemacht", schätzt der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates Peter Fries (CDU) ein.

Die kürzeste Sitzung war auch die letzte Zusammenkunft. Immerhin 36 Einladungen für den Verbandsgemeinderat verschickte Gemeinderatsvorsitzender Peter Fries (CDU) in den vergangenen Jahren. Zusammengerechnet mit den Ausschusssitzungen saßen die Volksvertreter ganze 144 Abende zusammen.

Er erinnerte daran, dass sich die Verbandsgemeinderäte in den vergangenen Jahren vor allem um die Einrichtungen der Verbandsgemeinde gekümmert hätten. So stand das Schulzentrum gleich zu Beginn der Legislaturperiode auf der Tagungsordnung, sagte er weiter. Allein hierzu fanden in den vergangenen Jahren mehr als 100 Beratungen statt, hatte er gezählt. Daneben floss Geld in die Grundschulen der Gemeinde. Auch zwei Kindergärten seien in der auslaufenden Legislaturperiode erweitert oder saniert worden.

Viele Entscheidungen gab es auch beim Brandschutz zu treffen. Mit der Gründung der Verbandsgemeinde ging die Zuständigkeit des abwehrenden Brandschutzes auf die Verbandsgemeinde über. Das bedeutete auch, Finanzierungen der zuvor angeschafften Fahrzeuge zu übernehmen und neue Fahrzeugbeschaffungen zu finanzieren, sagte er. Noch in diesem Jahr wird die Verbandsgemeinde noch mehrere neue Fahrzeuge erhalten, stellte er in Aussicht.

Dabei waren die vergangenen Jahre aber vor allem von einer schwierigen finanziellen Situation geprägt, vergaß der Bürgermeister nicht. Gestartet sei der Verbandsgemeinderat mit einem Fehlbetrag von 14,6 Millionen Euro beim Abwasserzweckverband Bodeniederung. "Im kommenden Jahr haben wir den Betrag komplett abgetragen", sagte er weiter.

Eine ganze Reihe von Verbandsgemeinderäten scheidet nun aus dem Gremium aus. Entweder traten sie nicht wieder an oder schafften den Wiedereinzug nicht. Ein kleiner Blumenstrauß sowie eine Familientageskarte für das gemeindeeigene Waldbad sponserte der Bürgermeister zum Abschied. Anschließend gab es noch etwas Smalltalk im Ratssaal.

Gedanken über die neue Verteilung der Funktionen müssen sich die neuen Ratsmitglieder bereits jetzt schon machen, forderte er. Wer mit wem eine Fraktion gründen wolle, sollten die Volksvertreter demnächst im Rathaus anzeigen. Auch wer den Vorsitz im Verbandsgemeinderat in den kommenden Jahren übernehmen soll, wird den Verbandsgemeinderat gleich auf seiner ersten Sitzung beschäftigen. Daneben müssen sich die Ratsmitglieder einig sein, welche Ausschüsse sie im Gemeinderat zu welchen Themen bilden wollen.

Schon am 1. Juli starten die neuen Gemeinderäte in die neue Legislaturperiode mit ihrer ersten Sitzung, kündigt der Bürgermeister an.