Die Friedhofsmauer in Egeln bricht am Kleingarten der Familie Mach immer wieder zusammen. Ein ein Meter großes Loch klafft seit Monaten in der Abgrenzung. Doch die Stadt rührt sich nicht.

Egeln l Gleich neben dem Friedhof beackern Rosalinde und Peter Mach einen Garten. Die Kleingartensparte Bördefrieden grenzt direkt an den städtischen Friedhof. Eine Bruchsteinmauer, wie sie in der Region üblich ist, trennt die Gartenfreunde vom Friedhof ab.

Nur ist das Mauerwerk seit Jahren brüchig. Erst stürzte ein Teil der Mauer komplett ein. Bürger, die sich nach brauchbaren Dingen in der Gartensparte umsehen wollten, kamen monatelang ungehindert über die defekte Absperrung in die Sparte, beschreibt Peter Mach. Lange habe es gedauert, bis die Stadt jemanden schickte, die Mauer wieder aufzubauen.

"Zwei Jahre mussten wir den Bürgermeister regelmäßig an den Aufbau der Mauer erinnern", beschreibt Peter Mach. In diesem Jahr tat sich nur ein wenig weiter, aber immer noch am Bereich des Gartens der Machs ein neues Loch in der Bruchsteinmauer auf.

Sofort meldeten die Gartennutzer den Schaden an den Bürgermeister. Schon zu Ostern, habe dieser vollmundig versprochen, sollte der Schaden behoben sein, erinnert sich Peter Mach. Seit Wochen habe er nichts mehr vom Bürgermeister und der angekündigten Reparatur gehört, wundert er sich."Ich hätte fragen sollen, welches Jahr Ostern gemeint war", meint Peter Mach ironisch.

Das mehr als einen Meter große Loch zeige ihm, dass die Friedhofsmauer innen hohl sei, zeigt er. Außerdem drückten auf der anderen Seite große Koniferen gegen das Mauerwerk. Mit dem Eigentümer der Pflanzen habe er bereits gesprochen, dass die Bäume abgesägt werden müssten. Doch das müsse die Stadt wohl erledigen und nicht er, meint er weiter.

"Wenn andauernd Teile der Friedhofsmauer in sich zusammenfallen, müsste sich vielleicht ein Fachmann die Konstruktion mal ansehen", schlägt Peter Mach vor. Nach zwei Zusammenbrüchen auf seinem nur wenige Meter langen Mauerabschnitt vermutet der Gartenbesitzer, dass es vielleicht nicht der letzte Zusammenbruch sein könnte.

Bürgermeister Reinhard Luckner (UWG) kennt das Problem mit der Friedhofsmauer. Der Stadtchef verweist auf den noch nicht vorhandenen Jahresetat der Stadt. Ohne Mittel könne er die Reparatur nicht in Auftrag geben. Nur wenn die Kommune Ausgaben zu leisten habe, die nicht abwendbar seien oder Gefahr bestehe, könne er handeln. Die vorläufige Haushaltsführung zwinge ihn sozusagen zur Untätigkeit, entgegnet der Bürgermeister.

Mit einem Jahreshaushalt dürfte es in der Kleinstadt aber noch etwas dauern. Zunächst hat die Verbandsgemeinde noch vor der Sommerpause einen Haushalt beschlossen. Gespannt warten die Verbandsgemeinderäte auf das Votum der Kommunalaufsicht zu dem Zahlenwerk. Entscheidend für die Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde ist allerdings, dass in dem Verbandsgemeindehaushalt die Umlage beschlossen wurde. Diese Zahl bildet die Grundlage für den eigenen Haushalt. Nach Abzug der Umlagen wissen die Egelner dann noch, welches Geld sie für die eigene Stadt zur Verfügung haben. Viel dürfte es aber nicht sein.

Seit Jahren hängt Egeln am finanziellen Tropf des Finanzministeriums. Nur noch mit Zuweisungen aus dem Ausgleichsstock kann die Kleinstadt überhaupt noch ihre Umlagen begleichen. Viel Geld dürfte deshalb für den Wiederaufbau der Friedhofsmauer kaum zur Verfügung stehen, dämpft der Bürgermeister schon mal einen vielleicht aufkeimenden Optimismus.