Staßfurt/Magdeburg l Der im vergangenen Dezember entlassene Staßfurter Theaterleiter Norbert Viertel hat nach eigener Auffassung seine Klage gegen seine fristlose Kündigung vorm Arbeitsgericht Magdeburg gewonnen.

Wie er der Staßfurter Volksstimme mitteilte, habe das Gericht entschieden, dass der Theaterförderverein als ehemaliger Arbeitgeber ihm zwei Monate Gehalt nachzahlen und ihm Resturlaub gewähren muss.

Auf eine Wiedereinstellungsklage habe er unterdessen keine Chance, so Norbert Viertel, da der Kündigungsschutz bei unter zehn Angestellten in einem Betrieb stark eingeschränkt sei. "Das ergäbe auch keinen Sinn", erklärte Viertel.

Derweil sehen sich die Vertreter des Fördervereins bestätigt in ihrer Entscheidung, sich von dem ehemaligen Theaterleiter zu trennen. Die Vorsitzende Karin Marzahn sagte gestern, der Richter habe den Vereinsvorstand in der Auffassung gestärkt, dass der Theaterleiter einen Fauxpas begangen habe.

Norbert Viertel hatte bei einer Theaterveranstaltung von der Bühne aus den Rücktritt von drei Mitgliedern des Vereinsvorstands gefordert und damit gedroht, das Theater zu verlassen, falls das nicht erfüllt werde.

Unter anderem ging es Viertel darum, dass er keinen Einblick in die Finanzen des Vereins erhalten hatte. Auch die Zusammenarbeit ließ zu wünschen übrig. Nach dem Bühnenauftritt verpasste ihm der Verein erst ein Hausverbot. Dann wurde ihm fristlos gekündigt.

Obwohl die Stadt und auch der Salzlandkreis den Theaterförderverein mit Steuergeldern unterstützt, hielten sich sowohl Oberbürgermeister René Zok als auch Landrat Ulrich Gerstner bis dato aus dem Streit heraus. Das sei allein Angelegenheit des Vereins, hieß es als Begründung.

Zwischenzeitlich wurde Sandy Gärtner als künstlerische Leiterin des Salzlandtheaters vom Theaterförderverein eingestellt.

Nach wie vor bedauert es Norbert Viertel, dem Salzlandtheater nicht mehr dienen zu können. Dem Haus und seinen Besuchern bleibe er weiterhin verbunden.