Durchatmen bei den Feuerwehren. Nachdem der Bode-Pegel Staßfurt bis gestern auf 3,33 Meter gesunken war, konnten die Kameraden der FFW Löderburg etwas kürzer treten mit ihrer Bereitschaft. Die Staßfurter Ordnungsamtschefin Susanne Henschke informierte auf Nachfrage, dass ab sofort nur noch zwei Deichkontrollen täglich nötig seien. Der Thiedamm in Löderburg sollte im Laufe des Tages halbseitig wieder freigegeben werden.

Staßfurt/Löderburg/Güsten (fro). Unterdessen fragen sich Staßfurter, warum die Liethe noch immer Wasser führt und somit nicht zur Entspannung der Grundwassersituation beiträgt, obwohl der Wipper-Pegel unter die Alarmstufengrenze gefallen ist. Dazu sagte der Güstener Bürgermeister Helmut Zander gestern: "Ich habe versucht, das Liethe-Einlaufwehr zu schließen. Doch es hat sich gezeigt, dass noch zu viel Grundwasser zuschießt. Osmarsleben wäre urplötzlich gefährdet."

Hinzu käme, dass die Eine noch sehr viel Wasser in die Wipper bringe. Gestern war bei einem Wipper-Pegel von 1,55 Meter (Großschierstedt) noch ein Schütz des Liethe-Wehrs geöffnet. Zander, der vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) mit der Regelung des Wehrs beauftragt ist, rechnet damit, dass die Liethe nicht mehr lange als Abfluss herhalten müsse. Und warum wird die Flutmulde Osmarsleben nicht genutzt? "Die wird vom LHW als letzte Reserve betrachtet, wenn auch die Liethe nicht mehr ausreichen würde", so der Güstener Bürgermeister. Außerdem wären dann noch größere Grundwasserschäden zu befürchten, hätten die Hydrogeologen vom LHW festgestellt.

Aufgrund des Grundwassers, das auch den Keller der Rettungswache des DRK in der Bodestraße geflutet hat, hat die Geschäftsführung des Deutschen Roten Kreuzes Staßfurt-Aschersleben entschieden, die Staßfurter Wache zu evakuieren und zum DRK-Katastrophenschutz-Objekt in die von-der-Heydt-Straße zu verlegen, teilte Kreisgeschäftsführer Thomas Marchewka mit.

Die Stadt Staßfurt bemühe sich darum, dass die Lehrter Straße, wo das in das Kanalnetz drückende Wasser in Höhe der Tankstelleneinfahrt die Fahrbahn vernässt, nicht gesperrt werden müsse, sagte Oberbürgermeister René Zok . Dort seien die Gullydeckel abgedichtet worden.