Staßfurt l Schon in der vergangenen Woche gingen die Geschäftsinhaber von Prinzenberg und Hohlweg zur Stadt. Durch die Sperrung der Straßen wegen des Bodebrückenbaus sei ihr Umsatz zur Zeit "bei Null", sagt Uwe Büttner. Noch empörter waren die Unternehmer, dass die Sperrung ihrer Straßen nur einige Tage vorher in der Zeitung stand. Uwe und Matthias Büttner, Undine Rosenthal, Monika Ibsch und Jürgen Feilenhauer waren jetzt nochmal im Rathaus, um Abhilfe zu fordern.

Erstes positives Ergebnis: Der Bauherr der Brücke, die Landesstraßenbaubehörde, stockt das Personal am Nordufer auf. "Am Montag, 21. Juli, wird die Querverbindung Prinzenberg und Hohlweg wieder frei sein", sagte Ralf Gehre, Landesstraßenbaubehörde. Der Asphalt wird in der Woche davor gegossen und kühlt am Wochenende ab. An der Bodebrücke muss danach noch weitergebaut werden.

Die Sperrung Prinzenberg und Hohlweg sei zwar bis 28. Juli geplant gewesen. Doch die Landesstraßenbaubehörde sei "bemüht", die Sperrung vor diesem Termin aufzuheben, versprach Steffen Hörold, Leiter des Regionalbereichs West, Landesstraßenbaubehörde. Er versicherte, dass die Bauarbeiter Vollzeit und auch sonnabends arbeiten. Dass die Vollsperrung früher kommt als erwartet, ist Grund des Fortschritts der Bauarbeiten, die schneller vorangingen als erwartet.

Im Prinzip sei es der Fachdienst Straßenverkehr des Kreises gewesen, der das Vorziehen der Vollsperrung durch den Bauträger der Stadtverwaltung zu spät mitgeteilt habe, erklärten die Mitarbeiter. Oberbürgermeister Zok meinte, es bringe aber nichts jetzt noch den Schuldigen zu suchen.

Zeitweise wurde der Ton bei dem Treffen etwas härter. Undine Rosenthal warf Zok vor, zynische Bemerkungen gemacht zu haben. "Nein, das war ernst gemeint", verteidigte er sich. "Herr Zok, Ihnen ist die Brisanz des Themas wohl nicht klar. Wenn wir zumachen müssen, denken Sie ernsthaft, dass sich dann neue Unternehmen in Staßfurt ansiedeln?", sagte Matthias Büttner. Undine Rosenthal legte nach: "Staßfurt verrottet, wir haben längst den Anschluss an Bernburg und Aschersleben verloren."

Die eigentliche Empörung der Unternehmer bestand in der fehlenden Wertschätzung, die die Verwaltung ihnen entgegenbringe. Dieser Eindruck habe sich bei ihnen auch nach dem Gespräch nicht verbessert. Die Stadt müsse sich als Dienstleister für die Unternehmer sehen, die wichtiger Wirtschaftsfaktor sind, und sie hofieren. Zok wies den Eindruck, er kümmere sich nicht, zurück. Gewerbeverein und Stadtratssitzungen seien Wege für die Firmen ihre Anliegen vorzubringen und sich zu informieren.

Anwohnerin Monika Gast monierte, dass die Bürger nicht informiert wurden und "das Gespräch mit ihnen nur vor der Wahl" gesucht werde.

Am Tag des Treffens hat übrigens der erste Geschäftsinhaber die Kündigung für seinen Laden eingereicht.

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