Staßfurt l Die Vorstandsmitglieder der Salzlandsparkasse Helmut Ibsch und Michael Strube haben zum Pressegespräch eingeladen. Bei dieser Gelegenheit nahmen sie Stellung zu aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt und bei der Salzlandsparkasse. Auch ganz praktische Dinge wie barrierefreie Geschäftsstellen waren Thema. Hier zeigen wir eine Auswahl an Fragen, die verschiedenste Journalisten bei dem Gespräch stellten.

Welche Möglichkeiten gibt es derzeit für den Privatmann die Inflation bei Geldanlagen zu umgehen?

Michael Strube: Im Moment gar keine, außer Sie gehen ein Risiko ein. Hohe Zinsen sind nicht ohne Risiko zu haben.

Helmut Ibsch: Wer Angst vor der Inflation hat, der sollte in Sachwerte investieren, zum Beispiel Unternehmensanteile. Das soll nicht heißen, dass wir den Kunden massenhaft empfehlen, Aktien zu kaufen.

Wir müssen dabei auf die Risiken hinweisen. Das ist jetzt auch gesetzlich so geregelt. Wir müssen Beratungsprotokolle anfertigen, aus denen hervorgeht, dass wir die Kunden über die Risiken aufgeklärt haben. Dafür müssen wir zwar leider eine Menge persönlicher Daten abfragen, aber wir sind dazu verpflichtet.

"Es wird nie eine Geldanlage geben, die gleichzeitig sicher und immer abrufbar ist sowie hohe Zinsen abwirft."

Daher empfehlen wir eher die Anlage in Fonds, in denen eine gute Mischung von zum Beispiel 25 Aktien enthalten ist. Das Aktiengeschäft an sich ist risikobelastet. An der Börse spielt noch mehr die Psychologie eine Rolle als die Fundamentaldaten.

Michael Strube: Das war schon immer so. Es wird nie eine Anlage geben, die gleichzeitig sicher und immer abrufbar ist sowie hohe Zinsen abwirft.

Die Zinsen für Kredite sind zur Zeit niedrig. Bemerken Sie in Ihrem Haus, dass die Kreditaufnahmen steigen?

Helmut Ibsch: Nein, wir verspüren bei der Kreditnachfrage nur leichten Zuwach. Bei uns führen die niedrigen Zinsen nicht zu einem Kreditboom. Der große Bauboom wie etwa in den 90er Jahren ist ja nun vorbei.

Auffällig ist im Salzlandkreis, dass die Kunden ihre Kredite relativ stark tilgen. Das müssen wir als Salzlandsparkasse natürlich ausgleichen. Ich würde es aber so formulieren: Die Ertragskraft unserer Salzlandsparkasse leidet unter der derzeitigen Zinspolitik, sie drückt auf die Zinsspanne. Aber wir stellen uns darauf ein und kommen damit gut zurecht, wie die letzten Zahlen gezeigt haben.

Michael Strube: Und das ist der Treue unserer Kunden zu verdanken.

Wieso müssen Menschen, die die Geldautomaten der Sparkassen benutzen und bei einem anderen Institut sind, eigentlich eine Gebühr bezahlen?

Michael Strube: Bei der Sparkasse können sie sicher sein: In der Nähe des Kirchturms eines jeden Orts finden Sie einen Geldautomaten. Aber wir müssen die Geldautomaten unterhalten und Geldtransporte bezahlen. Wer sein Geld nicht bei uns hat, muss für diesen Service zahlen. Ich stehe zu dieser Verfahrensweise und denke, dass sich in Zukunft nichts daran ändern wird.

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit in den Geschäftsstellen aus?

Michael Strube: Wir haben 40 barrierefreie Geschäftsstellen. Und darauf sind wir stolz. Man denkt ja bei Barrierefreiheit immer an alte Menschen, aber das trifft gar nicht zu. Auch Mütter oder Väter mit Kinderwagen brauchen barrierefreie Zugänge. Da muss ich nur an mich selbst denken, wenn ich mit dem Kinderwagen unterwegs bin. Nur vier unserer 44 Geschäftsstellen sind nicht barrierefrei. Da sind Atzendorf, Leopoldshall, Cochstedt und Nachterstedt.