Auf der Egelner Wasserburg gibt es seit einigen Wochen einen großen Backofen. Die Bürgerarbeiter haben den Backofen gebaut. Nun sucht die Stadt nach Bürgern, die den Ofen bei Festen ehrenamtlich betreiben wollen.

Egeln l Es ist wohl Peter Hattwig zu verdanken, dass auf der Egelner Wasserburg jetzt ein großer Gemeinschaftsbackofen steht. Denn der gelernte Maurer hatte die Idee für den Ofen auf der Burg. Darauf gekommen ist der Egelner durch eine Fernsehsendung, schildert er. Im Bayerischen Fernsehen habe es eine Reihe gegeben, in der ausgestorbene Berufe vorgestellt wurden. Alle Folgen hat er aufgenommen. Eine Sendung beschäftigte sich mit einem Ofenbauer.

Am Fernsehschirm verfolgte Peter Hattwig interessiert, wie einfach der Bau eines Gemeinschaftsofens durchzuführen ist.

Für die dreijährige Bürgerarbeit wäre dies eine schöne Aufgabe, wandte er sich an Uwe Lachmuth von der Wasserburg. Der fand die Idee ebenfalls gut und so wurde sie umgesetzt.

Nur nach den Angaben in der Sendung konzipierten die Hobby-Ofenbauer ihren Gemeinschaftsbackofen. "Wir mussten uns ja nach dem Fundament richten, was schon vorhanden war", sagt Peter Hattwig. Eigentlich, räumt er ein, hätte der Ofen auch größer ausfallen können.

Als gelernter Maurer konnte er für den Bau wertvolle Hinweise geben. Aus welchen Materialien der Ofen zusammengesetzt wird, sei enorm für die Haltbarkeit wichtig. Zement dürfe zum Beispiel nicht genommen werden, betont er. Das Material halte die Temperturänderungen nicht aus und reiße, wenn der Ofen in Betrieb genommen werde. Nur Kalk sei geeignet, schärfte er den Bürgerarbeitern ein. Für den Boden wählte er gebrannte Ziegel. Das Material sei am besten für den Boden geeignet, schätzt er ein. Um die Temperatur zu überwachen, haben sie auch ein Thermometer eingebaut.

Zum Tag der Egelner Mulde haben sie den Ofen angeheizt. Dabei wird das Brennmaterial im Ofen selbst entzündet. Hat der Backraum nach einer gewissen Zeit den notwendige Temperatur erreicht, wird der Brennstoff entnommen. Die Restwärme reicht für mehrere Stunden, schildert Peter Hattwig. Bevor sie aber Brot in dem Ofen backten, holten sie sich von einem richtigen Bäcker Unterstützung. Der nahm für den ersten Versuch extra einen Tag frei und freute sich riesig über die Einladung, hat Peter Hattwig noch in guter Erinnerung.

Trotz der Erfolgsgeschichte mit dem Backofen ist der weitere Betrieb des Ofens unklar, sagt Uwe Lachmuth von der Wasserburg. "Wir hatten gehofft, dass sich einige Bürgerarbeiter dauerhaft finden und ehrenamtlich den Ofen bei Festen betreiben", sagt er. Mit dem Förderverein der Waserburg hatte er auch schon gesprochen. Das Ergebnis fällt bislang mau aus. Noch habe sich niemand für den Backofen gefunden. Dabei könnte mit dem Gemeinschaftsbackofen viel veranstaltet werden, ist er überzeugt.

Außerdem lässt sich in dem Bau nicht nur Brot backen. Auch Kuchen wäre denkbar. Wer würde schon bei einem Erntedankfest auf der Wasserburg gern auf ein Stück warmen und frischen Speckkuchen verzichten wollen? In anderen Orten bilden sich bei derartigen Veranstaltungen lange Schlangen, weiß Uwe Lachmuth.

"Ich hoffe, dass sich jemand oder mehrere Bürger finden, die sich engagieren wollen", sagt er. Ohne eine feste Mannschaft sei der wunderschöne Ofen nur sehr begrenzt zu betreiben, bedauert er, dass sich die Bürgerarbeiter nicht für das Projekt dauerhaft begeistern ließen.