Staßfurt l Der Bereich zwischen dem Prinzenberg und der Petrikirchstraße in Staßfurt soll attraktiver werden. Das entsprechende Projekt stellten die beiden Architekten in einem gut besuchtem Forum der Staßfurter Urania vor.

"Wir brauchen dort eine städtebauliche Neuordnung und eine Struktur, mit der die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessert werden kann", sagte der Architekt Wolfgang Plück, der nach der Wende in Staßfurt mehrere Vorhaben umgesetzt hatte.

"Wir wollen die Braut schön machen."

Das Ziel von ihm und dem Planer Ulrich Niestrath ist es, die Vermarktungschancen für den seit Jahren geschlossenen Einkaufsmarkt, der in den 1990er Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Konzerthauses Klingsch entstand, zu erhöhen. "Wir wollen die Braut schön machen", sagte Plück. Für diesen Standort gebe es Interessenten, aber nur bei einer Umwandlung, sagte Niestrath.

Die Pläne sehen vor, zwischen der Bäckerei Bornemann und der ehemaligen Eisdiele drei Wohnhäuser abzureißen und somit einen neuen Zugang über den Prinzenberg zu schaffen. Der Einkaufsmarkt soll auch mit der gegenüberliegenden Fleischergasse verbunden werden. Für die anderen Grundstücke ist eine Aufwertung durch eine Neuordnung geplant. Ein Eingreifen an dieser Stelle sei notwendig, weil ansonsten die Bausubstanz verfallen würde, so Plück.

"Machen wir nichts, ist dieser Bereich dem Verfall preisgegeben."

Dieses Wohnquartier weist erhebliche Defizite auf, stimmte ihm der Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, Wolfgang Kaufmann, zu. Die Grundstückssituation dort sei sehr schlecht. Es müsse eine Neuordnung erfolgen, um ein vernünftiges Hinterland zu bekommen.

"Machen wir nichts, ist dieser Bereich dem Verfall preisgegeben", ist der Ressortchef überzeugt. Ihm und seinen Mitarbeitern waren diese Pläne bereits vor einigen Wochen vorgestellt worden. Man habe sich darauf verständigt, damit so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit zu gehen. "Das soll eine neue Planungskultur in Staßfurt werden", so Kaufmann.

Ex-Stadtrat Eric Maindok (UBvS) nahm erfreut die Aussage von Plück zur Kenntnis, dass für dieses Projekt keine Mittel aus dem städtischen Haushalt zum Einsatz kommen sollen.

"Als Staßfurter begrüße ich, dass etwas passiert", sagte Geschäftsmann Uwe Büttner. Er vermisse jedoch eine Überplanung der anderen Straßenseite. Dort stünden bereits zwei Ruinen.

Zudem schlug er vor, die ehemalige Bäckerei in die Abrisspläne einzubeziehen. "Das kann auch auf die andere Straßenseite übergreifen", sagte Plück. Von einer zu starken Entkernung in diesem Bereich riet er jedoch ab.

"Die Stadt hat Häuser ersteigert, um entscheiden zu können, was damit passiert."

Auf die beiden ehemaligen Wohn- und Geschäftshäuser in der Wasserstraße eingehend, sagte Kaufmann: "Sie stehen seit längerer Zeit leer. Das ärgert uns auch." Wenn es nicht gelinge, sie einer neuen Nutzung zuzuführen, bleibe nur noch der Abriss. Dann könnte dort ein neuer Kreisverkehr entstehen.

"Wenn die Stadt diese beiden Häuser im vergangenen Jahr gekauft hat, muss es doch ein Konzept geben, was daraus werden soll", wunderte sich der Geschäftsmann und ehemalige Fraktionschef der UBvS des Staßfurter Stadtrates, Corinthus Schobes. Er befürwortet, dass am Prinzenberg etwas passieren soll.

"Die beiden Häuser wurden von der Stadt ersteigert, um Herr der Situation zu sein und entscheiden zu können, was damit passiert", betonte Kaufmann. Es wäre nicht schlecht, wenn sich dafür Interessenten finden würden.

"Ich würde es begrüßen, wenn überhaupt etwas passiert."

Gegen die von Niestrath geplante Verringerung der beiden Fahrspuren auf dem Prinzenberg auf nur noch eine und die Schaffung von neuen Parkflächen auf der anderen Seite hin zur Fleischergasse meldete der Verkehrsplaner der Stadt, Günther Roddewig, Bedenken an. Das jetzige Einfädelsystem auf dieser Einbahnstraße sollte man belassen. Ansonsten würde es einen Rückstau bis in die Hamsterstraße geben.

Roddewig erinnerte daran, dass es sich hier um eine vielbefahrene Landesstraße handelt. Er befürchtet, dass es beim Ausparken zur Kollision mit dem fließenden Verkehr kommen könnte.

"Ich würde es begrüßen, wenn überhaupt etwas passiert", sagte Optiker Dirk Michelmann. Ältere Bürger hätten dort aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens Probleme, die Straße zu überqueren.

"Wenn wir dieses Projekt hinkriegen, wird es für alle etwas Positives."

"Da muss dringend etwas geschehen", forderte der Gewerbetreibende. Neue Parkplätze seien dringend notwendig, denn derzeit würden dort 40 bis 50 PKW-Stellplätze fehlen.

Niestrath machte die Zweispurigkeit für die Verkehrsprobleme verantwortlich.

"Wenn wir dieses Projekt hinkriegen, wird es für alle etwas Positives", sagte Schobes.

Das sollte die Stadtverwaltung dazu veranlassen, sich auf diesem Weg weiter zu bewegen, um für die Stadt etwas Neues schaffen zu können, fasste die Urania-Moderatorin Monika Borchert die doch sehr interessante Diskussion am Ende des Einwohner-Forums zusammen.