Per Los musste die Frage im Wolmirslebener Gemeinderat geklärt werden, wer künftig zuerst den Bürgermeister vertreten soll. Die Gemeinderäte konnten sich in zwei geheimen Abstimmungen nicht festlegen.

Wolmirsleben l Zwei Fraktionen gibt es im neuen Wolmirslebener Gemeinderat. Die CDU und die Linke hat jeweils eine Fraktion in der Volksvertretung gebildet. Auswirkungen hat dies auf den ehrenamtlichen Sitzungsbetrieb nicht. Denn in Wolmirsleben bildet der Gemeinderat keine Ausschüsse, die dann nach Fraktionsstärke zu besetzen wären. Auswirkungen entfaltet die Fraktionsbildung vor allem finanziell. Die Fraktionen bekommen für ihre Arbeit nämlich noch einmal extra Geld aus der Gemeindekasse.

Außerdem bekommen die Fraktionsvorsitzenden neben ihrer normalen Aufwandsentschädigung noch einen Aufschlag für die Leitung ihrer Fraktion. Auf 55 Euro pauschale Aufwandsentschädigung einigten sich die Gemeinderäte am Montagabend. Was der Bürgermeister an Aufwandsentschädigung demnächst erhalten soll, blieb in der Öffentlichkeit unbekannt. Das Papier wurde beschlossen, ohne den zahlreichen Zuschauern die grundlegenden Daten zu nennen. Sie müssen nun auf die Veröffentlichung im Amtsblatt der Kommune warten, um die Informationen dort zu bekommen.

Spannend wurde es bei der Wahl der beiden stellvertretenden Bürgermeister. Die Stellvertreter für Knut Kluczka wählt der Gemeinderat. In der zuvor beschlossenen Hauptsatzung sind zwei Stellvertreter für den Gemeindechef vorgesehen. Die CDU als größte Fraktion im Gemeinderat mit sechs Mitgliedern schlug Gemeinderat Reiner Kaczmarek als ersten Stellvertreter des Bürgermeisters vor. Gemeinderat Ulrich Biermann (Linke) machte einen Gegenvorschlag. Er schlug Nicole Bauer (Dorfgemeinschaftsverein) vor. "Wir haben schon einen Bürgermeister von der CDU. Da kann der Stellvertreter doch von einer anderen Partei kommen", meinte er. Eine erste geheime Abstimmung ergab jeweils fünf Stimmen für jeden Kandidaten. In diesem Fall sei die Abstimmung zu wiederholen. Nachdem neue Stimmzettel organisiert waren, gingen die Gemeinderäte erneut ans Werk mit dem bekannten Ergebnis aus dem ersten Wahlgang. In diesem Fall sieht das kommunale Regelwerk den Einsatz von Losen vor. Bürgermeister Knut Kluczka kam die Rolle der Glücksfee zu. Er zog Nicole Bauer als seine künftige erste Stellvertreterin. Zum zweiten Stellvertreter wählten die Gemeinderäte anschließend offen Reiner Kaczmarek.

Eine Idee für die kommende Gemeinderatssitzung brachte Ulrich Biermann noch in die Runde ein. Die Fraktionen und der Bürgermeister sollten einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen in einen gemeinsamen Topf spenden. Das Geld könne der Gemeinderat dann ohne Auflagen der Kommunalaufsicht an Einrichtungen der Kommunen geben, schlug er vor. Wenn alle zusammen pro Monat 100 Euro geben, kämen am Jahresende 1200 Euro zusammen, rechnete er vor. Darüber soll nach der Sommerpause beraten werden.