Mehr als 1000 Bürger der Egelner Mulde hatten sich an einer Petition an den Landtag für den Erhalt des Gymnasiums beteiligt. Nun hat der Landtag reagiert.

Egeln l Wie sollen Eltern die Schullaufbahn ihrer Kinder planen, wenn das Gymnasium nur eine einjährige Bestandsgarantie bekommt? Treibt das die Eltern nicht zu anderen Schulen, damit die Kinder auf lange Sicht einen geregelten Schultag haben? Mit diesen Fragen wandte sich der Egelner Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr als Privatmann vor einigen Wochen an den Petitionsausschuss des Landtages. Mehr als 1000 Bürger der Stadt und der Verbandsgemeinde unterstützten das Anliegen.

Nun haben sich die Mitglieder des Petitionsausschusses mit den Fragen aus Egeln befasst. Das Schreiben hat Michael Stöhr auf der Internetseite der Verbandsgemeinde veröffentlicht. In der Sache fällt die Antwort ernüchternd aus, zeigt sich der Verwaltungschef enttäuscht.

Teilweise werde dem Anliegen gefolgt, heißt es in dem Schreiben. Viel Neues hat der Petitionsausschuss aber nicht zu berichten. Das Schreiben wiederholt die Entwicklung des Gymnasiums Egeln mit den hinlänglich bekannten Fakten.

Die Hauptfrage, warum das Egelner Gymnasium nur die Erlaubnis als Außenstelle des Staßfurter Gymnasiums erhalten habe, bleiben die Landtagsabgeordneten aber schuldig. Damit werde sich demnächst der Landtagsausschuss für Bildung und Kultur befassen, teilt der Petitionsausschuss mit.

Ratlos und mit ihrem Problem allein gelassen, meint Michael Stöhr, bleiben die betroffenen Eltern. Die Schulpolitik habe es geschafft, das Gymnasium zu zerstören, ist er überzeugt. Denn die andauernden Diskussionen über den Standort hätten die Eltern so verunsichert, dass sie sich andere Gymnasien für ihre Kinder gesucht hätten. Damit sei genau das Gegenteil von dem erreicht worden, was die Lokalpolitik in Egeln zu erreichen hoffte.

Die unteren Klassen, ab der fünften Klasse, sollten in Egeln bleiben. Damit hätten sich die Eltern anfreunden können, ist Stöhr überzeugt. Auch er muss sich mit der Frage der Beschulung seines Nachwuchses befassen. Die unklare Schulpolitik führe aber nicht dazu, dass die Familien Vertrauen in die Entscheidungen des zuständigen Schulträgers sowie des Landesschulamtes fassen.

Hatte der Kreistag in seinem Schulentwicklungsplan noch eine zehnjährige Garantie für das Egelner Gymnasium als Staßfurter Außenstelle beschlossen, widersprach hier das Landesschulamt in der Genehmigung der Schulentwicklungsplanung.

Dabei verzichteten die Beamten des Landesschulamtes auf eine Begründung für ihr Veto. Dabei habe der Bürger einen Anspruch zu erfahren, warum eine Verwaltungsentscheidung wie ausfalle, erinnert Michael Stöhr. Zweifel an der Art und Form des Bescheids hatte nicht nur Stöhr. Auch viele Kreistagsmitglieder störten sich an dem ruppigen Umgang. In der Folge fasste der Kreistag einen Beschluss zur Klage gegen den Bescheid des Landesschulamtes.

Doch anstatt beim Verwaltungsgericht Klage einzureichen, ließ Landrat Ulrich Gerstner (SPD) den frisch gewählten Kreistag wissen, dass seine Fachleute eine Klage für wenig aussichtsreich hielten. Eine Begründung gab es für die unerwartete Haltung bislang nicht.

Neben den Eltern fühlen sich nun auch noch zahlreiche Kreistagsmitglieder nicht hinreichend ernst genommen, meint Michael Stöhr. "Es kann doch nicht so schwer sein, eine Schulentwicklungsplanung für die Familien in diesem Landkreis zu machen", ist er überzeugt. Dazu sei es notwendig, Entscheidungen hinreichend zu erläutern und zu begründen. So wie bislang, gehe es aber nicht. Trotzdem dankte er den vielen Egelnern, die seine Petition mit unterstützt haben. Vielleicht entfalte das Schreiben doch noch eine Wirkung, hofft er.