Wenn die Förderstedter Grundschüler das Spielfeld betreten, heißt es aufgepasst für alle anderen Kinder. Die Schüler sind für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Sport schon im Salzlandkreis bekannt. Welches Geheimrezept haben die Sportlehrerinnen nur?

Förderstedt l Die Liste der Erfolge wird immer länger. Die Kinder der 1. bis 4. Klassen der Grundschule Förderstedt heimsen bei den Wettkämpfen des Kreissportbundes einen Pokal nach dem anderen ein. Etliche Schüler haben schon mehrere Urkunden und Medaillen. Die sportliche Grundschule hat bereits ein gewisses Ansehen in der Szene der 7- bis 11-Jährigen. Fünf erste Plätze, fast sechs, haben die "Sports-Granaten" seit März geholt.

Da fragen sich die Sportlehrer und Schüler anderer Schulen schon: Wie machen die das nur? Gibt es in Förderstedt nur Sport als Unterrichtsfach? Oder haben die Kinder gar einen geheimen Zaubertrunk? Oft werden die drei Sportlehrerinnen, die die jungen Erfolgssportler trainieren, gefragt, wie sie das nur hinkriegen.

Heike Falke, Karin Ehrig und Gisela Stephan unterrichten Sport an der Grundschule so wie er an anderen Grundschulen auch unterrichtet wird. Extra trainieren nur die Schüler, die alle 14 Tage die Handball-AG besuchen.

Die Sportlehrerinnen sind oft selbst überrascht, wie stark die Kids bei den Turnieren sind. Heike Falke, die ihre Schützlinge bei allen Wettkämpfen angefeuert hat, sagt: "Was die Kinder abrufen und zeigen, ist unheimlich." Zum Beispiel beim Handball: "Handball ist ja nun auch technisch schwierig und hat viele Regeln." Die Handball-AG der Schule ist sehr gefragt. Heike Falke musste die Schüler sogar aufteilen. "Es gibt eine große Nachfrage nach der AG und die Kinder zeigen generell viel Interesse am Sport", erklärt sie. Das Bild, was mancher vom Playstation-spielenden Kind hat, kann sie gar nicht bestätigen. "Es kommen auch einige Fußball-Jungs aus den umliegenden Orten zum Handball zu uns." Die Kinder begeistern sich gegenseitig vom Freizeitsport.

Bei jedem Turnier wachsen die jungen Sportler über sich hinaus. Das hat etwas mit dem Moment des Wettkampfes zu tun, der noch mehr als 100 Prozent aus den Schülern herausholt. "Ich denke, sie motivieren sich gegenseitig. Und der Rückhalt in der Schule ist da."

In der Schule wird Sport nämlich groß geschrieben: Schulleitung, Lehrer und viele - manchmal sogar restlos alle - Eltern fahren mit zum Wettkampf und feuern die Spieler an. "Bei uns werden ihre Erfolge immer gewürdigt", erzählt Heike Falke. Es wird fotografiert, es gibt feierliche Reden, Wände für Pokale, Medaillen und Fotos in der Schule.

"Bei den Kindern ist ein richtiger Ehrgeiz entstanden, in unseren Mannschaften zu spielen", sagt Heike Falke. Daher üben viele Kinder die Technik auch allein zuhause, um dann Lehrerin und die anderen Kinder mit ihren neuen Fähigkeiten zu beeindrucken. "Wir haben zwar einige Talente, aber auch viele, die durch das ausdauernde Üben daheim immer besser werden."

Nicht geheim, aber wahr ist übrigens ein Umstand: Die Lehrerinnen können sich noch immer für den Sport begeistern. Das überträgt sich auf die Schüler.