Das Bergmannsdenkmal im Kaligarten sieht fürchterlich aus, sagen einige. Es soll ein Symbol für die "Wiege des Kalibergbaus" sein, Geschichte darstellen und letztendlich die Stadt repräsentieren.

Staßfurt l Stadtrat Johann Hauser (FDP) machte zuerst darauf aufmerksam: "Das Bergmannsdenkmal ist einem fürchterlichen Zustand", sagt er. Er war neulich im Kaligarten und wollte Geschäftsmännern aus den Chefetagen der internationalen Landwirtschaft, die wegen der DLG-Feldtage (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) da waren, das beschauliche Staßfurt zeigen - immerhin die Wiege des Kalibergbaus! Dachte sich Hauser. Was er aber zeigen musste, dafür schämte er sich: "Das Bergmannsdenkmal war voll mit Vogelkot, drumherum wächst Unkraut, alles war voller Müll und dann noch diese zerbrochene Lampe."

Es war kein schönes Bild. "Und das soll unsere Geschichte repräsentieren? Das ist der Eingang zur Wiege des Kalibergbaus?", spottet Hauser. Keine gute Stadtwerbung, kein gutes Zeichen für die Sauberkeit in der Stadt und auch kein gutes Zeichen für Investoren. Die Geschäftsmänner aus den Chefetagen würden sich nämlich immer mehr für den Raum Staßfurt, angrenzend an den Super-Bördeboden, interessieren. "Aber so wird das nichts mit der Wirtschaftsförderung, Die fängt nämlich bei solchen Dingen an."

Hauser fand das Denkmal in der Form Mitte Juni vor. Gestern sah es vor Ort ein wenig besser aus: Es lag kein Stück Müll dort. Der Vogelkot war nicht mehr zusehen, dafür aber fiel das Moos auf, das sich über die ganze Figur zieht. Löwenzahn und Unkraut wachsen im eingezäunten Bereich. Der Scheinwerfer ist zerschlagen und gefüllt mit Regenwasser.

Gerald Meyer, Vorsitzender des Bergmannsvereins, kennt das Problem mit dem Denkmal. "Das ist nicht gerade toll, wenn es dort so aussieht", sagt er. Von dem defekten Scheinwerfer wisse er. "Da müsste die Stadt mal etwas tun." Der Bergmannsverein sei selbst nicht im Stande, das Denkmal in einem gepflegten Zustand zu halten. "Ich werde mal den Oberbürgermeister darauf ansprechen", kündigt Meyer an.

Rainer Busse, Teamleiter des Stadtpflegebetriebs, erklärt, dass es mit dem Kaligarten nicht einfach ist, auch wenn Stadtpflegebetrieb und Ein-Euro-Jobber regelmäßig dort sind. Der Park werde immer wieder von Menschen missbraucht, die dort bewusst Unordnung machen und Müll verteilen.

Rainer Busse erklärt, dass die Mitarbeiter einmal pro Woche im Kaligarten arbeiten. "Zwei Mal pro Woche werden die Papierkörbe geleert. Bei der Gelegenheit sammeln unsere Leute auch Müll am Denkmal auf", sagt er. Ein Hausmeister und mehrere Ein-Euro-Jobber seien aber jeden Tag dort, um das Areal gepflegt zu halten.

Da er selbst nicht immer vor Ort ist, sondern seine Mitarbeiter, weiß er persönlich noch nichts von der kaputten Lampe. "Das wäre Sache der Stadtwerke, diese zu reparieren", meint Busse. Das Entfernen des Mooses sei eine größere Maßnahme, die die Verwaltung in Auftrag geben müsste.

"Vor Jahren ist das Denkmal schon einmal komplett zerstört worden", erzählt Gerald Meyer. Damals war ein Auto drangefahren. Der Bergmannsverein hatte ein Spendenkonto eingerichtet. Das war noch zu Zeiten des Bürgermeisters Martin Kriesel. "Damals haben wir das Denkmal der Stadt erneut übergeben und gebeten, ein Auge darauf zu werfen", berichtet Gerald Meyer über das Denkmal, das inzwischen rund 80 Jahre alt ist.

 

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