Der neue Stadtrat von Staßfurt hat Donnerstagabend zur ersten Sitzung ordentlich das Personalkarussell drehen lassen, wählte seinen Vorsitz und die Stellvertreter. Die Fraktionen benannten ihre Vorsitzenden und Vertreter in Aufsichtsräten und Gesellschafterversammlungen. Ausschüsse wurden besetzt.

Staßfurt l Seine Rote Karte gab Walter Blauwitz als eine seiner letzten Amtshandlung als Stadtratsvorsitzender an seinen Nachfolger Sven Wagner weiter. "Ich hatte sie immer als Symbol in der Tasche, musste sie aber nie anwenden", sagte der 79-Jährige und wünschte seinem Nachfolger, dass der das auch nie müsse.

Sven Wagner (SPD) war von der CDU-Fraktion und seiner eigenen vorgeschlagen worden und gewann mit 21 zu 9 Stimmen gegen Linke-Kandidat Klaus Magenheimer die Wahl zum Ratschef. "Ich bin begeistert", waren die ersten Worte des 40-jährigen Ortsbürgermeisters von Hohenerxleben. Der Diplom-AOK-Betriebswirt (verheiratet, zwei Kinder) bedankte sich beim Vorgänger für die Unterstützung in den fünf Jahren, die er als Stellvertreter neben ihm saß. Er wolle sein Amt "unparteiisch, zielstrebig und ergebnisorientiert" ausüben. Aus Besuchen anderer Stadtratssitzungen erhoffe er sich Impulse für den Staßfurter Rat. Und er wolle auf die Einhaltung der Spielregeln achten, appellierte an die Disziplin und Wertschätzung der Stadträte gegenüber anderen Fraktionen, den Verwaltungsmitarbeitern und Bürgern.

Sven Wagner wünschte den neuen Ratsmitgliedern, sich schnell einzuleben und, dass sie frischen Wind mitbringen.

Als Wagners Stellvertreterin schlugen Michael Hauschild (SPD) und Heinz-Jürgen Czerwienski Sabine Kost (beide CDU) vor. Sie kam auf 20 Stimmen, ihre von den Linken vorgeschlagene Gegenkandidatin Elvira Bartsch auf elf. Die Linke-Politikerin nimmt wieder den Platz als 2. Stellvertreterin im Präsidium ein. Bis es zu jener Abstimmung über diesen einen Vorschlag kam, musste der Rat übrigens eine etwa 20-minütige Zwangspause einlegen. Hartmut Wiest (UWG Salzland) wollte "ja nicht pingelig sein, aber..." Der "Rückkehrer" hatte moniert, dass auf dem ersten Wahlzettel mit Elvira Bartschs Namen keine Möglichkeit bestand, Ja oder Nein anzukreuzen...

Über die Benennung von Vertretern durch Los-Entscheid zwischen FDP und UWG/AfD - auf Vorschlag Hartmut Wiests mit Ping-Pong-Bällen - wird noch berichtet. Nur soviel: Die FDP gewann zweimal.

   

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