Staßfurt l Erstaunliche Bilder haben die Schüler der Goethe-Grundschule gemalt. Seit Februar nehmen sie an dem Kunstkurs mit Nikoline F. Kruse teil und lernen dabei eine andere Art des Malens: "Wir tragen zuerst die Farbe für den Hintergrund auf, dann schauen die Kinder, ob sie in dem Bild etwas entdecken", erklärt die Künstlerin. Das können Formen oder Figuren sein, die jeder anders sieht und interpretiert. Danach nehmen die Schüler diese Formen und Figuren als Grundlage für ein Motiv und gestalteten das Bild. Teilweise abstrakte, fantasievolle und ausdrucksvolle Bilder zieren jetzt den Treppenaufgang der Goethe-Grundschule.

"Wir Lehrer und die anderen Schüler waren sehr erstaunt über diese Bilder. Habt tatsächlich ihr das gemalt? Das fragten einige", erzählt die Schulleiterin Heike Härtge.

Die Herangehensweise von Nikoline F. Kruse ist teilweise eine andere als die, die man üblicherweise kennt und die auch im Kunstunterricht praktiziert wird. Sich dabei auf die eigene Intuition zu verlassen und das zu malen, was man gerade denkt oder fühlt, ist für Kinder noch einfacher als für manchen Erwachsenen. Neben den klassischen Techniken haben die Kinder diesen sinnlichen Umgang mit Farben, das blinde Malen oder das Malen mit beiden Händen geübt.

Neben den interessanten Bildern haben die Kinder in drei Gruppen auch den Schuppen auf dem Schulhof gestaltet: Ein Fußballmotiv, das Meer und eine Fantasiewelt, wo Realität und Traum dargestellt sind. Einige Werke der Kinder hat die Künstlerin in einem Wandkalender zusammengefasst und drucken lassen. Der Schuppen und das erste Kurshalbjahr sind nun vollendet. "Im nächsten Schuljahr geht es weiter", erklärt Heike Härtge. Die Verlängerung bis Sommer 2015 hat der Fördermittelgeber schon bewilligt.

Hintergrund des Projektes ist das "Lokale Bündnis für Bildung". In Staßfurt haben sich die Schlossstiftung Hohenerxleben mit der Goethe-Schule, der Stiftung Staßfurter Waisenhaus, dem Katholischen Kinderhaus St. Martin und der Firma Robert Neugebauer und Söhne zu diesem Bündnis zusammengeschlossen, um den wöchentlichen Kunstkurs mit dem Namen "Ich bau mir eine bunte Zukunft" für die Schüler zu ermöglichen. Im Oktober reichte die Schlossstiftung ihren Antrag beim Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. ein, einer der großen Vereine, die Fördergelder direkt vom Ministerium erhalten und sie nach einer Beurteilung an ausgewählte Antragsteller weiterleiten.

Mit dem bewilligten Antrag startete der Kurs im Februar mit zehn Kindern der 3. und 4. Klasse unter Leitung der bildenden Künstlerin Nikoline F. Kruse vom Atelier am Schloss Hohenerxleben, die schon in Aschersleben Kunst unterrichtet hatte und dies auch in Staßfurt fortführen wollte. "Als Heike Härtge mich ansprach, war ich gleich Feuer und Flamme", sagt die Künstlerin.

Der Kunstkurs wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Förderprogramm "Kultur macht stark" unterstützt. Deutschlandweit werden Kunstkurse, Theaterworkshops und vieles mehr gefördert.