Die Brumbyer zeigten sich mal wieder von ihrer herzlichsten Seite. Beim Kirchhoffest am Sonntag hatten Gemeindemitglieder und Helfer viel Amüsantes und Besinnliches vorbereitet, um ihren 500 Besuchern einen schönen Tag zu beschweren.

Brumby l Kirchhoffeste gibt es gar nicht so oft. Denn meistens ist der Kirchhof ein Friedhof. "Mich haben schon oft andere Pfarrer verwundert gefragt, ob wir denn hier auf dem Friedhof feiern?", erzählt Pfarrer Gottfried Eggebrecht eine Anekdote zu dieser Tradition und muss schmunzeln.

Der Kirchhof in Brumby war nur bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Friedhof, an der Kirchhofmauer stehen noch die schönsten Grabsteine, die man aufgehoben hatte. Als Gottfried Eggebrecht in den 90er Jahren hier Pfarrer wurde, kamen die Brumbyer gleich auf ihn zu: "`Wir wollen unser Kirchhoffest fortsetzen`, sagten sie mir und so haben wir das Kirchhoffest wiederbelebt."

Bedeutend ist dabei der Altar, der auf dem Kirchhof steht und der auch am Sonntag zum 21. Kirchhoffest geschmückt war. "Erst hatten die Brumbyer die sogenannte Ernteweihe auf dem Feld, am Fuße der Brumbyer Mühle, gefeiert. Aber zur DDR-Zeit, also ab den 50er Jahren, wurde der öffentliche Gottesdienst dort untersagt. Die Brumbyer ließen sich aber nichts verbieten und verlegten den Gottesdienst auf den alten Kirchhof. Aus alten Grabsteinen wurde ein Altar geschaffen, der noch heute dafür genutzt wird", erklärt Gottfried Eggebrecht.

Dort eröffnete der Pfarrer mit einer Andacht auch das Fest, zu dem schließlich 500 Besucher kamen. Hintergrund des Erntebittgottesdienstes sei es, Gott als dem Geber und Schöpfer aller Dinge um den Segen einer guten Ernte zu bitten. "Wir sagen ja auch im Leben nicht nur Danke, sondern auch Bitte", sagt Gottfried Eggebrecht.

Nach der Andacht wurde das Programm etwas lauter. Die Kinder der Christenlehre sangen, die "Berliner Stadtmusikanten" spielten mit Pickelhaube und Uniform einige Märsche. Ihren Stil hatten die Frauen vom Singe- und vom Tanzkreis zum Anlass genommen, sich in Outfits der 20er Jahre zu werfen und Lieder wie "Der kleine grüne Kaktus" zum Besten zu geben oder einen Charleston vorzutanzen.

Die Damen waren wunderschön anzuschauen. "Wir machen das alles nur zum Spaß", erklärte Doreen Skibbe, die seit über zehn Jahren in der Tanzgruppe der Kirchgemeinde ist. Neben den alteingesessenen Sängerinnen wie Edith Heide, die mit 81 Jahren die älteste ist, sind vor kurzem drei neue junge Frauen zu der Truppe hinzugestoßen.

Mit von der Partie war auch der Abendkreis, bei dem sich kirchliche und nicht kirchliche Frauen austauschen und sich immer neue Spaß-Projekte ausdenken. Sie traten sogar als "Blue Woman Group" auf. Beim Kirchhoffest betreuten sie die Kinder an einem Basteltisch.

Unzählige weitere Helfer haben Flohmarkt, Glücksrad, Kinderschminken und vieles mehr auf die Beine gestellt. "Ohne diese vielen Helfer wäre das alles nicht möglich", bedankt sich Gottfried Eggebrecht.

   

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