Der Salzlandkreis soll beim Einsatz von Computertechnik in den Schulen in den nächsten Jahren eine Vorreiterrolle in Sachsen-Anhalt einnehmen. Dieses ehrgeizige Ziel formulierte gestern CDU-Kreischef Gunnar Schellenberger beim Besuch des Staßfurter Gymnasiums.

Staßfurt l Dort informierte sich Schellenberger, der auch Vorsitzender des Bildungs- und Kulturausschusses des Landtages ist, gemeinsam mit Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) über den Einsatz eines computergestützten Taschenrechners. Er war im Januar im Rahmen das Pilotprojektes Computeralgebrasysteme in sechs Klassen der drei Salzland-Gymnasien Aschersleben, Schönebeck und Staßfurt eingeführt worden.

Für die praktischen Erfahrungen, die die Schüler der Klasse 10.1 unter Leitung von Klassenlehrer Michael Köhler im Mathematikunterricht gemacht haben, interessierten sich auch die Schulleiter der Gymnasien Aschersleben und Schönebeck, Klaus Winter und Ulrich Plaga.

"Seit eineinhalb Jahren sind wir an diesem Projekt dran. Jetzt sind wir in der Erprobungsphase."

"Seit eineinhalb Jahren sind wir an diesem Projekt dran. Jetzt sind wir in der Erprobungsphase", sagte Schellenberger, der von 1988 bis 1990 seine Doktorarbeit zum Thema Computergrafik geschrieben hatte. Der Taschenrechner sei im Prinzip ein Abbild davon, natürlich auf einem ganz anderen Niveau, fügte er hinzu.

"Das hat meinen Ehrgeiz geweckt", sagte der CDU-Politiker, der vor seinem Wechsel in den Landtag als Mathematiklehrer tätig war. Deshalb setzt er sich im Kreistag, der für die Ausstattung der Gymnasien zuständig ist, stark dafür ein, den Unterricht moderner zu gestalten.

"Ich möchte das fortsetzen, dass wir die innovativen Strukturen weiter entwickeln, um die Schüler besser auf das Berufsleben vorbereiten zu können. Da sind wir ziemlich fit", sagte er.

Schellenberger: "Unser Ziel ist es, das Projekt nochmals zu verbessern in den nächsten Etappen im nächsten Jahr, so dass die Schüler in der Lage sind, diese Technik bei den Prüfungen zu nutzen." Jetzt befinde man sich noch in der "Spielphase".

Nicht ohne Stolz berichtete der CDU-Politiker dem Minister, dass der Kreisausschuss am vergangenen Montag fast eine Million Euro freigeben hat, um das Projekt "IT an der Schule" zu unterstützen. "Die Schulen des Salzlandkreises sollen mit einem eigenem W-Lan-Anschluss ausgestattet werden, um die neuen Medien im Unterricht nutzen zu können", so der Ausschusschef.

Neben den computergestützten Taschenrechnern gebe es noch ganz andere Möglichkeiten, zum Beispiel mit Tablet-Computern und elektronischen Tafeln.

Schellenberger strebt auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle für den Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt an. Andere Länder, wie zum Beispiel Thüringen, seien da schon viel weiter, sagte er.

In Hettstedt habe es Klassen gegeben, die mit Tablet-PC ausgestattet wurden, sagte der Kultusminister. Dass die Schüler sehr schnell lernen, mit dieser Technik umzugehen, die sie in wenigen Wochen intuitiv bedienen können, davon konnte er sich im Dr. Frank-Gymnasium, wo er Jennifer Gropp sowie Paul Schwarz und Jonathan Schmidt interessiert über die Schultern schaute, selbst überzeugen.

"Wir müssen da weiter denken", sagte Dorgerloh. Das Land investiere viel Geld, um die Schüler in das Internet zu bringen. Zukünftig sollen die Möglichkeiten einer Cloud, in die man Daten hochladen und anderen Anwendern bereitstellen kann, stärker genutzt werden, kündigte der SPD-Politiker an.

"Der Mathematik-Unterricht ist mit einem solchen System viel interessanter."

"Der Mathematik-Unterricht ist mit einem solchen System viel interessanter. Das hat man auch bei den Mädchen und Jungen gesehen, dass ihnen das Spaß macht", bewertete auch der Gastgeber, der Staßfurter Schulleiter Steffen Schmidt, das Pilotprojekt positiv.

Er verwies darauf, dass die kostenlose Bereitstellung der Super-Taschenrechner durch Sponsoren auch für eine soziale Gleichstellung sorge. Es gebe nicht wenige Eltern, die ihm mitgeteilt hätten, dass sie für die Anschaffung eines I-Pads kein Geld hätten. Ähnlich gehe es dem Gymnasium.

Es verfüge derzeit über insgesamt vier elektronische Tafeln und arbeite in einem Netzwerk mit den Gymnasien Aschersleben und Schönebeck zusammen. Man habe dazu eigens Workshops organisiert, sagte Schmidt. Der nächste sei für den 2. September vorgesehen, wo man die Ergebnisse analysieren könne.

Er freue sich, dass alles so gut funktioniert habe und dass die Initiative dazu von Schellenberger gekommen sei, sagte der Schulleiter.

Wie der Ausschusschef informierte, soll das Pilotprojekt an den drei Gymnasien in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ausgedehnt werden. Nach der ersten Stufe mit insgesamt sechs Klassen sollen 2015 und 2016 jeweils weitere sechs Klassen bis zum Abitur hinzukommen.