Am Montag wählte der Ortschaftsrat Hecklingen Elke Atzler zu seiner neuen Chefin. Volksstimme-Mitarbeiter Tilman Treue sprach mit ihr über Aufgaben, Wünsche und das Leben im Ortsteil.

Hecklingen l Erste Eindrücke sind etwas Verführerisches. Sie scheinen Dinge zu vereinfachen, erweisen sich leider oft genug als unscharf oder falsch. Bei Elke Atzler, der Anfang der Woche neugewählten Ortsbürgermeisterin von Hecklingen, ist das sicherlich anders. Schon nach wenigen Augenblicken wird unzweifelhaft klar, sie liebt ihren Heimatort, sie mag den direkten Kontakt mit Menschen und wenn sie sagt, dass sie sich als Anlaufstelle für die Bürger sieht, nimmt man es ihr ab.

Unabdingbar für ihre neue Aufgabe sieht sie den Kontakt mit Vereinen und Organisationen im Ort und so ist es nicht verwunderlich, dass dorthin auch ihre ersten Kontakte gehen werden. "Ich möchte mit ihnen in Kontakt treten, um einfach einmal zu hören, was ihnen auf der Seele brennt, wo ich im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas bewegen kann." Dass die Spielräume einer Ortsbürgermeisterin nicht sonderlich groß sind, weiß Atzler sehr genau und verspricht ehrlicherweise auch nichts: "Es ist illusorisch, dass jetzt wie bei der Jeannie aus der Flasche das Geld für alle Wünsche da ist."

Dennoch ist nichts unmöglich und genau an dieser Stelle möchte die Schulleiterin ansetzen: "Man kann kleine Dinge beeinflussen und das ist wichtig." Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Kommunikation zu, dem respektvollen Gespräch miteinander. "Ich denke, wenn wir im Ortschaftsrat gut zusammen arbeiten, funktioniert das", sagt sie und ist sich der Unterstützung ihrer Ratskollegen gewiss. Viele Dinge in Hecklingen laufen sehr gut. Diese gilt es zu stärken. Als Beispiel nennt sie das demnächst stattfindende Sommerlager der freiwilligen Feuerwehr. An anderen Punkten ist hingegen noch jede Menge Potenzial vorhanden, das aufzuschließen eine kleine Herausforderung ist.

Die Menschen in Hecklingen identifizieren sich mit ihrem Ortsteil, sind stolz auf seine Geschichte, seine Kultur und sein gesellschaftliches Leben. Auch Elke Atzler, die fast ihr ganzes Leben im Ortsteil verbracht hat, ist da keine Ausnahme. "Hecklingen ist mein Zuhause. Wir haben hier kulturelle Institutionen, die Kirche ist in Sichtweite und ich habe 15 Jahre an der Schule gearbeitet", umreißt sie stichpunktartig und man spürt deutlich, dass noch viel mehr dahinter steht.

In erster Linie sind das die Menschen, die Atzler zum Teil über Generationen hinweg kennt, die aber auch sie kennen. "Ich bin schon auf der Straße angesprochen worden. Mir haben Leute gratuliert und mir mit auf den Weg gegeben, mich zum Beispiel mehr um die Familien im Ort zu kümmern", berichtet sie. Tatsächlich sind es diese Kontakte, die die Ortsbürgermeisterin liebt und schätzt. "Ich finde das schön", sagt sie lächelnd.

Ausdrücklich freut sie sich zudem, dass am Montag vier Besucher zur Ortschaftsratssitzung gekommen waren. "Das wünschte ich mir noch viel mehr", unterstreicht sie und fordert die Bevölkerung gewissermaßen auf, sich mit ihren Anfragen und Anregungen an der zukünftigen Gestaltung des Ortsteils zu beteiligen. Dazu wollen sich die Ortsräte einen Sitzungsplan geben und von vornherein Verlässlichkeit schaffen.

Sprechzeiten der Ortsbürgermeisterin: ab 29. Juli immer 14-tägig, dienstags von 17 bis 18 Uhr.