Zu den wichtigsten Aufgaben des Stadtrates am Anfang einer neuen Legislaturperiode gehörte es, die Fraktionen sowie die Ausschüsse entsprechend dem Wahlergebnis zu besetzen.

Staßfurt l Dabei wurde bekannt, dass sich der Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, Hans-Georg Köpper, nicht mehr als Mitglied der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes (WAZV) "Bode-Wipper" Staßfurt, den er lange Zeit als Vorsitzender geführt hatte, zur Verfügung steht.

Offiziell gab er dazu keine Erklärung ab. Auf Anfrage der Volksstimme teilte er mit, dass er auf Wunsch des damaligen Stadtrdirektors beziehungsweise Bürgermeisters Martin Kriesel seit 1990 in diesem Gremium mitgearbeitet und mit dazu beigetragen habe, neue Ver- und Entsorgungsstrukturen mit relativ günstigen Gebühren im Vergleich zum Umfeld aufzubauen. "Jetzt geht es im Verband um das Tagesgeschäft und da hat Fachbereichsleiter Wolfgang Kaufmann die größeren Schnittstellen", sagte Köpper.

Deshalb schlug der Oberbürgermeister Wolfgang Kaufmann als Vertreter im WAZV und Köpper als dessen Stellvertreter vor. Das stieß beim Fraktionschef der UWG "Salzland"/AfD, Hartmut Wiest, auf Kritik. Er warf Köpper vor, den Stadtrat nur sehr spärlich über die geplanten oder beschlossenen Entscheidungen der Verbandsversammlung informiert zu haben. Deshalb sollte ein Vertreter aus dem Stadtrat künftig die Interessen der Kommune in diesem Gremium vertreten, forderte Wiest.

Die Linken präsentierten dafür mit Klaus Maaß aus Neundorf einen Kommunalpolitiker aus ihren Reihen. Er unterlag jedoch bei der geheim erfolgten Abstimmung sowohl über den Vertreter der Stadt als auch über den Stellvertreter Wolfgang Kaufmann und Hans-Georg Köpper, so dass sich der Oberbürgermeister am Ende mit seinem Personalvorschlag durchsetzen konnte.

Für Kaufmann gab es 17 Stimmen, auf Maaß entfielen 15. Bei der Stellvertreter-Wahl erhielt Köpper 18 Stimmen, Maaß jedoch nur 14.

Zuvor hatte Köpper den Vorwurf von Wiest zurückgewiesen. Es sei eine Unterstellung zu behaupten, er habe Informationen gefiltert. Diese Behauptung könne Wiest nicht beweisen. Er sei gemeinsam mit seinem Stellvertreter Kaufmann vielmehr darum bemüht gewesen, den Stadtrat wenigstens einmal im Jahr mit den entsprechenden Informationen aus dem Verband zu versorgen.

Hartmut Wiest wird bald Gelegenheit bekommen, es besser zu machen, denn auf Vorschlag seiner Fraktion wählten ihn die Stadträte als Vertreter der Kommune in die Verbandsversammlung des in Abwicklung befindlichen Abwasserzweckverbandes "Bodeniederung", der 2015 liquidiert werden soll.

Für Wiest, der ohne Gegenkandidaten antrat, stimmten in geheimer Wahl 20 Abgeordnete, zwölf waren gegen ihn.

Im Wasserversorgungszweckverband Schönebeck, der die Förderstedter Ortsteile Brumby, Glöthe und Üllnitz mit Trinkwasser beliefert, wird auf Vorschlag der CDU-Fraktion künftig Stadtrat Hans-Jürgen Lärz aus Förderstedt mitarbeiten.