Zum sechsten Mal konnte die Freie Sekundarschule Güsten seit ihrem Bestehen am Freitagabend in feierlicher Form im Saal des Bürgerhauses die Zeugnisausgabe für die Absolventen durchführen.

Güsten l "Das ist heute ein Grund zum Feiern, denn auch dieses Mal haben alle 22 Schüler die zehnte Klasse erfolgreich abgeschlossen, davon je zur Hälfte mit einem erweiterten Realschulabschluss oder einem Realschulabschluss", hob Tobias Nelte, der Mann der erkrankten Geschäftsführerin des Institutes Braune, in dessen Trägerschaft sich die 2005 gegründete Sekundarschule Güsten befindet, hervor.

"Zum ersten Mal gelang es einem Schüler, einen Gesamtnotendurchschnitt von 1,0 zu erreichen - und zwar Vanessa Förster", fügte er, verbunden mit einem Glückwunsch zu dieser außergewöhnlichen Leistung nicht ohne Stolz hinzu. Das gleiche gelte für Lisa Kaschel und Niklas Hergeselle, die mit einem Durchschnitt von 1,1 beziehungsweise 1,2 nicht minder erfolgreich gewesen seien.

"Aus den einstigen Kindern sind in den vergangenen sechs Jahren fast Erwachsene geworden, die ihre Einstellung zum Leben gefunden haben."

"Alle Absolventen haben inzwischen einen Ausbildungsvertrag in der Tasche oder werden eine weiterführende Schule besuchen", freute sich Schulleiterin Tanja Schaaf und stellte zufrieden fest: "Aus den einstigen Kindern sind in den vergangenen sechs Jahren fast Erwachsene geworden, die ihre Einstellung zum Leben gefunden haben."

Die Lehrer hätten die Schüler nicht nur sechs Jahre lang begleitet, sondern seien ihren Schützlingen immer auch eine Hilfe gewesen, sagte Schaaf. Und Tobias Nelte dankte besonders Klassenlehrer Klaus Gärtner. Er sei für seine Schüler in all den Jahren stets ein geschickter Lotse gewesen.

Es sei eine schöne Situation gewesen, zu sehen, dass alle aufgeregt in die Prüfungen gegangen seien, wo selbst die großen Jungen gezittert hätten, sagte Schaaf. Deren Ergebnisse seien eine reife Leistung gewesen, bei der alle über sich hinaus gewachsen seien, lobte die Schulleiterin. "Die Eltern können stolz darauf sein, was ihre Kinder erreicht haben", sagte Schaaf. "Der Grundstein ist gelegt. Macht was draus", rief sie den jungen Damen und Herren zu. Sie wünschte ihnen einen erfolgreichen Lebensweg. "Ihr habt ihn gut begonnen", so die Schulleiterin.

"Arbeiten Sie weiter. Setzen Sie alles daran, Ihren Traum zu erfüllen, Schritt für Schritt", gab Nelte den jungen Leuten mit auf den Weg. Erst die Möglichkeit, einen Traum verwirklichen zu können, mache das Leben lebenswert.

Die Schulleiterin stimmte der Schulabschluss nach sechs Jahren auch ein wenig traurig, weil man nun Abschied nehmen müsse, räumte sie ein.

Die Schultür in Güsten stehe aber jedem ehemaligen Absolventen weiterhin offen, sagte sie und lud die Schüler ein, ihr oder den ehemaligen Lehrern zu berichten, welche Erfahrungen sie auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gesammelt hätten. Davon könnten dann auch die derzeitigen Schüler profitieren.

Klassenlehrer Klaus Gärtner nutzte seine Rede dazu, die gute Zusammenarbeit, die er mit den 9 jungen Frauen und 13 Männern in guten wie in schlechten Tage gepflegt hatte, noch einmal Revue passieren zu lassen. Dabei vergaß er auch nicht, ein paar Schwächen der Schüler offen zu legen. Dazu gehörte zum Beispiel die Handymanie, der die jungen Leute heutzutage verfallen seien. Wenn er nicht umhingekommen sei, ein Smartphone einzuziehen, habe der betreffende Schüler Phantomschmerzen verspürt.

Im Namen aller Schüler bedankte sich nach der feierlichen Zeugnisausgabe, zu der die Damen und Herren gruppenweise nach vorn gerufen wurden, Lisa Kaschel bei allen, die zu den guten Lernergebnissen beigetragen hatten. Dabei hob sie besonders die Schulleiterin, die Lehrer und die Eltern hervor.

Besonders lobende Worte fand sie aber für Klaus Gärtner. "Einen besseren Klassenlehrer als ihn hätte es für uns nicht geben können", sagte Lisa Kaschel.

 

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