Wieder mal Kind sein: Den ganzen Tag durch die Natur streifen, sich im Wasser richtig austoben, abends am Lagerfeuer schwatzen und dann totmüde ins Bett fallen. Dieses Abenteuer reizt nicht nur 72 Ferienkinder, die gerade im Zeltlager in Atzendorf sind, sondern auch die Erwachsenen.

Atzendorf/Löderburg l Das Abenteuer Zeltlager reizt nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch ihre Betreuer. "Seit drei Jahren ist mein Kind dabei und ich fand das Zeltlager von Anfang an so toll", erzählt Claudia Lindemann, als sie im Wassersportanzug an der Wasserskianlage in Löderburg steht. Sie ist eine der 17 freiwilligen Betreuer, die derzeit 72 Kinder und Jugendliche im Zeltlager der Sportjugend Atzendorf (kurz: SPATZ) der Zentralen Landsportgemeinschaft (ZLG) umsorgen. Ihr Sohn Georg ist Nachwuchsfußballspieler.

Es sei einfach schön, erklärt Claudia Lindemann, dieses ursprüngliche Leben im Ferienlager zu genießen - gemeinsam essen, schlafen und draußen sein. "Dieses Solide und Einfache finde ich gut. Wir sitzen zusammen und reden miteinander. Es gibt nicht dieses ganze Getue und diese Oberflächlichkeit, die man manchmal spürt", erzählt die Mutter. "Deswegen wollte ich unbedingt als Betreuerin dabei sein. Da wollte ich auch mal wieder Kind sein", sagt sie, setzt sich zum Absprung mit den Wasserskiern an die Startrampe und strahlt vor Freude tatsächlich wie ein junges Mädchen.

Wie Claudia Lindemann haben sich auch viele andere Eltern der SPATZ-Mitglieder dazu entschieden, eine Woche lang im Ferienlager zu betreuen und mit auf dem Atzendorfer Sportplatz zu übernachten. Neben den Blockhütten, in denen die Kinder schlafen, haben die "Großen" ihre Zelte aufgebaut. Gestern haben alle einen Ausflug an den Löderburger See gemacht.

Auch Jugendliche, die selbst vor nicht allzu langer Zeit "Ferienkind" in Atzendorf waren, helfen als "Hilfsbetreuer" bei der Beaufsichtigung der Kinder mit. Sie haben die Jugendleiter-Card (Juleica) gemacht. "Das ist mein zweites Jahr als Betreuer", erzählt Christian Friedrich (17) aus Hecklingen. Er war selbst als Kind im Ferienlager und hat den Atzendorfer Geheimtipp von einer Freundin gesteckt bekommen. Seitdem ist er dabei. "Mir macht die Arbeit mit Kindern viel Spaß", freut sich der junge Mann.

Ähnlich geht es Jasmin Höffler, die das Feriencamp schon als Kind ziemlich "cool" fand.

Die jungen Hilfsbetreuer haben die "erwachsenen" Vereinsmitglieder wie Fabian Wenzel (27), der auch Co-Trainer im Fußball ist, oder Doreen Schäfer immer an ihrer Seite.

Letztere ist die Organisatorin und "gute Seele" des Sommercamps. Sie hat alle Hände voll zu tun, 72 Teilnehmer im Blick zu halten. Deswegen verständigt sie sich mit ihren Helfern sogar per Walkie Talkie: "Eine Gruppe zum Essen 12 Uhr, die nächste 12.30 Uhr", heißt zum Beispiel ein Funkspruch von Doreen Schäfer.

 

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