Groß Börnecke l Ein schlichtes Schild verkündet in einem Fenster des Jugendklubs Groß Börnecke auf der Domäne die traurige Nachricht: "Da leider keine neue Betreuungskraft gefunden wurde, ist der Jugendklub bis auf weiteres geschlossen." Die Jugendlichen im Ort sind traurig, dass es ausgerechnet ihre Einrichtung getroffen hat. Sie sind nunmehr gezwungen, sich auf einer der Sitzgruppen in der Parkanlage zu treffen. Schön ist das sicherlich nicht. "Er fehlt uns auf jeden Fall, es war ja immer schön dort", bestätigt eine Gruppe Jugendlicher, die vor dem geschlossenen Klub ihren Nachmittag beginnt.

Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche kennt das Problem und versteht die Börnecker. Allerdings blieb ihm keine andere Möglichkeit, als den Klub zu schließen.

Bisheriger Betreuer wird nicht weiter beschäftigt

So darf der bisherige Betreuer, der in einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (im Volksmund: Ein-Euro-Jobber) beschäftigt war, aufgrund der entsprechenden Regularien nicht mehr eingesetzt werden. "Das ist schade, der war echt okay", bedauern die Jugendlichen.

Doch nun es ist, wie es ist, und die Gemeinde hat niemanden, so dass der Klub vorübergehend dicht gemacht wurde. "Wenn wir jemanden Geeignetes finden, öffnen wir wieder", verspricht Kosche. Bis dahin bleibt aber alles so, denn die Jugendlichen sich selber zu überlassen, ist, vorsichtig ausgedrückt, schwierig. Tatsächlich ging das bereits in der Vergangenheit nicht gut, wie die Gruppe vor dem Klub ehrlich einräumt. An ihrem Wunsch, dass ihre Einrichtung bald wieder öffnet, ändert das aber nichts. "Das war der einzige Klub hier, der immer gut besucht war", schätzen sie ein. Um die 15 Kinder und Jugendliche aus dem Ortsteil kamen täglich hierher. Am Wochenende waren es oft deutlich mehr.

Jobcenter sucht nach geeignetem Betreuer

Edith Völksch, Betriebsleiterin des Jobcenters Salzlandkreis, bestätigte auf Volksstimme-Nachfrage, dass die Kollegen im Bereich Staßfurt intensiv nach einer geeigneten Kraft suchen. "Wir wollen die Gemeinde auch weiterhin unterstützen, aber die Person muss für diese Aufgabe auch geeignet sein", erklärte sie. Sowohl sie als auch der Bürgermeister deuten an, dass gerade das nicht so einfach ist. Dennoch bekräftigt Kosche, in jedem Ortsteil der Stadt Hecklingen eine Jugendeinrichtung erhalten zu wollen. Weitere Jugendklubs betreibt die Gemeinde in den Ortsteilen Hecklingen, Schneidlingen und Cochstedt.