Calbe (api) Die Polizei hat der Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen im Fall des gesuchten Feuerteufels gemeldet. Der junge Mann soll für rund 40 Brände im Stadtgebiet verantwortlich sein. Diese gute Nachricht lässt Calbenser hoffen, dass damit dem vermeintlichen Feuerteufel nun endgültig das Handwerk gelegt worden ist. Die gestrige Nachricht, dass nach vielen Monaten die vierköpfige Ermittlungsgruppe mit ihren Ergebnissen der Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen präsentieren konnte (Volksstimme berichtete), machte in der Saalestadt schnell die Runde. Daraufhin kamen auch Hörfunk und Fernsehen erneut nach Calbe. Das Ermittlungsergebnis ließ viele Einwohner aufatmen. Bürgermeister Dieter Tischmeyer hofft, dass Calbe damit aus den wiederholten Negativschlagzeilen herauskommt und sich Bürger vor allem in der Neuen Wohnstadt wieder sicherer fühlen können. Ordnungsamtsleiter Rainer Schulze: "Es gab Zweifel an der Arbeit der Polizei und der Ruf nach einer Bürgerwehr und Selbstjustiz wurden in der angespannten Situation immer lauter." Die Grenze der Belastbarkeit sei vor allem bei Bürgern in der Neuen Wohnstadt mehr als überschritten gewesen. Jetzt sei ein kollektives Aufatmen zu hören und jeder hoffe, dass man dem Verdächtigen die Brandstiftungen nachweisen könne und endlich Ruhe einkehre. "Ich bin in aller erster Linie froh, dass es kein Feuerwehrmann ist", sagt Ortswehrleiter Uwe Wirth. In den vergangenen Monaten habe es dahingehend immer wieder Verdächtigungen gegeben. "Das ist nicht gut für die Moral der Truppe, sagt Wirth. Für sie hofft der 60-Jährige jetzt auf eine ruhigere Zeit. Es waren wenige Nächte, in denen durchgeschlafen werden konnte oder die Gedanken mal nicht um einen neuen Brand kreisten. Ein Blick auf die Einsatzstatistik zeigt, dass die Kameraden allein in diesem Jahr schon 70 Mal ausrücken mussten. "Für uns ist es eine enorme psychische wie auch physische Belastung gewesen", sagt Wirth. Peter Müller ist in den vergangenen Monaten als Anwohner der Eisenwerkstraße den Empfehlungen der Polizei gefolgt und hat beispielsweise auf geschlossene Eingangstüren und Kellerfenster geachtet. Dennoch wisse er aus Gesprächen, dass sich viele Calbenser in seinem Umfeld um ihre Sicherheit sorgten. "Dass sich die Staatsanwaltschaft nun endlich mit einem Verdächtigen beschäftigt, lässt ein wenig aufatmen", sagt Müller. Als Laie könne er es allerdings nicht hundertprozentig nachvollziehen, warum ein Verdächtiger mit womöglich 40 gelegten Bränden auf dem Konto nicht gleich in Untersuchungshaft sondern wieder auf freiem Fuß komme. "Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit die Verfahren und kann jederzeit weitere Ermittlungen seitens der Polizei veranlassen", sagt Polizei-Pressesprecher Marco Kopitz. Weitere Auskünfte können auf Grund des noch laufenden Verfahrens derzeit nicht gemacht werden.