Über 100 Kilogramm Honig haben die Bienen von Peter Graf in diesem Sommer bereits gesammelt. Bis zum Saisonende kommen hoffentlich noch einige Kilogramm zusammen. Zurzeit surren die kleinen Flieger durch den Hakel. Im Wald finden die Bienen noch reichlich Nahrung.

Egeln l Die Arbeitsteilung bei den Honigbienen ist genial. Jede der rund 50 000 bis 70 000 Bienen in einem Stock hat eines feste Aufgabe. Die Aufgabenteilung ist es, die die Honigbiene so erfolgreich macht. Der Mensch profitiert vor allem von der Emsigkeit der kleinen Insekten.

So auch Peter Graf. Der Egelner hat 18 Bienenvölker. Regelmäßig besucht er seine fleißigen Bienchen. "Wenn der Mensch nichts macht, geht der Stock ein", ist er überzeugt. Denn die Bienen seien wahre Sammelmeister. Ohne seine ordnerischen Eingriffe hätten die Bienen den Stock bereits komplett zugebaut, ist er überzeugt.

Ganz zufrieden ist der Hobby-Imker mit seinen Insekten. Die haben in diesem Jahr bereits pro Stock rund 105 Kilogramm Honig gesammelt. "Das ist ein gutes Ergebnis", schätzt er ein. Auch wenn es in den kommenden Monaten keine großen Blütenmeere auf den Feldern mehr gibt, sammeln die Bienen weiter. Aktuell stehen die Kästen mit den Bienenvölkern von Peter Graf im Hakel.

Der Standort in einem anderen Landkreis beschert dem Imker vor allem eins: Papierkram. Zunächst müssten die Bienen untersucht werden, bevor sie über die Kreisgrenze transportiert werden dürfen. Außerdem müsse der Kreistierarzt des Nachbarkreises über den Einsatz der Bienen informiert werden, schildert er den Aufwand. Doch der Papierkrieg lohnt sich für den Imker. Denn im Wald finden die Bienen auch im Hochsommer noch ausreichend Nahrung.

Im Mischwald sammeln die kleinen Flieger die verschiedenen Aromen, die den Waldhonig auszeichnen. Warnschilder an den Bienenstöcken sollen Wanderer davon abhalten, sich den Stöcken zu dicht zu nähern. Allerdings, meint Peter Graf, seien seine Bienen sehr friedfertig. Er setzt auf die Canica-Biene, erklärt er weiter. Die kleinen Insekten seien als sehr tolerant bekannt.

Während seine Frau Gabriele sich den Imkeranzug anzieht, wenn sie sich den Bienen nähert, verzichtet Peter Graf auf jegliche Verkleidung. Mit etwas Rauch beruhigt er die Insekten, nachdem er den Deckel der Kästen entfernt hat. Ruhig lassen sich die Tiere aus dem Kasten auf ihren Waben aus dem Bienenkasten ziehen. Es gibt kein gefährlich anschwellendes Brummen.

Fast unmöglich sei es, die Königin ausfindig zu machen, weiß der erfahrene Imker. Sobald der Imker die Waben ziehe, müsse es ein Befehl für die Königin geben, sich zu verstecken, hat er beobachtet. Das Tier ist zwar markiert. Doch trotz der Markierung kann auch Peter Graf nicht immer sofort die Königin finden.

Dabei sind die Königinnen jetzt im Hochsommer schwer beschäftigt. Mehr als 1000 Eier legen die großen Königinnen am Tag. Ständig müssen sie für Nachwuchs sorgen, weil die Honigbienen nur wenige Wochen leben.

Neben dem häuslichen haben die Bienen ebenso einen sehr guten Orientierungssinn. Sicher finden die Insekten in ihren eigenen Bienenstock zurück. Dabei gibt es am Eingang noch eine Kontrolle. Hier wachen einige Bienen darauf, dass nur die eigenen Tiere eingelassen werden. Hornissen, die natürlichen Feinde der Bienen, haben dagegen keine Chance. Sie müssen sich die Bienen außerhalb des Stocks holen, schildert Peter Graf. "Die Löcher sind zu klein für Hornissen", zeigt er. Jetzt im Sommer schaut er regelmäßig bei seinen Bienen vorbei. Dabei kontrolliert er, wie sie die Waben mit Honig füllen. Genau muss er abschätzen, wann er den Honig ernten muss.

Nicht immer kommt dabei der Imker selbst zum Zug, hat er neulich von einem befreundeten Imker erfahren. Als der seine Waben schleudern wollte, um an den süßen Honig zu gelangen, waren die Waben leer. Offenbar hatte sich ein Fachmann den Honig vor dem Eigentümer der Bienen geholt. Nun rätseln die Imker, wer so dreist sei, die Bienenstöcke zu öffnen. Nur ein erfahrener Imker mit der entsprechenden Ausrüstung sei dazu in der Lage, schätzt Peter Graf ein. Da der Honig aber nicht gekennzeichnet ist, sei die Suche nach dem Täter sehr schwierig.

Wie viele Imker vermarktet der Egelner seinen Honig vor allem selbst. Dabei reicht deutschlandweit der Honigertrag bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Vor allem aus Asien führt die Bundesrepublik den süßen Stoff ein, weiß er. Die lokalen Imker setzen bei ihrer Arbeit allerdings auf reinen Honig. Je nach Blütentracht schleudern sie mehrfach im Jahr den Honig und stellen so verschiedene Sorten her, erklärt er. Das mache den Honig immer wieder interessant, ist der Hobby-Imker überzeugt.

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