Einen historischen Moment für die Mitarbeiter des Umspannwerks Förderstedt gab es gestern um genau 10.42 Uhr. Die neue Anlage ging an den Start. Die Strom-Fachmänner verfolgten das Geschehen gespannt am Computer. Draußen auf der neuen Anlage "knisterte" es zum ersten Mal.

Förderstedt l Gespannte Gesichter und Totenstille gestern in der neuen Schaltwarte im Umspannwerk Förderstedt: Ein historischer Moment für die Mitarbeiter steht kurz bevor.

Nach über zwei Jahren Bauzeit können die Mitarbeiter der Firma 50Hertz einen neuen Teil des Umspannwerks in Betrieb nehmen: Die neue 380-Kilovolt-Anlage geht ans Netz. Von dort aus wird der Strom in noch höherer Spannung als vorher von Förderstedt nach Ragow und Wolmirstedt und schließlich durch den Osten Deutschlands und weiter ins Ausland geschickt (wir berichteten).

Die Inbetriebnahme ist ein Meilenstein in der Geschichte des Umspannwerks. "Heute fließt zum ersten Mal Strom hindurch. Das ist für die Anlage schon ein einzigartiger Moment", sagt Thoralf Haft von 50Hertz, als er mit weiteren Mitarbeitern im Technikraum steht und gespannt die Kollegen Mario Pellmann und Jörg Sippel beobachtet.

Der Baukontrolleur und der Inbetriebnahmeleiter sitzen an den Computern und begehen den historischen Moment. So eine Inbetriebnahme besteht nicht etwa aus einem kurzen Umlegen eines Schalters, sondern zieht sich noch bis Freitag hin. Heute werden zum Beispiel die beiden neuen Transformatoren eingeschaltet.

Jörg Sippel hat für die ganze Inbetriebnahme ein Programm geschrieben, das Schritt für Schritt eingehalten werden muss. Nachdem sich der Fachmann am Computer eingerichtet hat, schaut er noch einmal alle Protokolle durch. Diese Protokolle bestätigen, dass nach unzähligen Prüfungen alle Bauteile richtig funktionieren. Aus der Zentrale in Berlin holt er sich dann das Okay zur Inbetriebnahme.

Jetzt wird es spannend. Die anwesenden Mitarbeiter müssen leise sein, damit sich die beiden Mitarbeiter am Computer untereinander und mit den zugeschalteten Stellen akustisch richtig verstehen. "Zuerst schalten wir die Leitung aus Ragow zu", erklärt Thoralf Haft.

Mario Pellmann dokumentiert den genauen Ablauf in einem Protokoll. Dieser vollzieht auch den "historischen Mausklick" am Computer, mit dem seit 10.42 Uhr gestern erstmals Strom in der neuen Leitung Ragow-Förderstedt fließt - ein Höhepunkt nach zwei Jahren Arbeit.