In Crashkursen haben die Teilnehmer der Sommerakademie am Schloss Hohenerxleben die Künste dieser Welt kennengelernt. Durch die Vertrautheit in einer kleinen Gruppe und das intuitive Ausprobieren von Malerei, Schreiben und Tanz haben sie ein Stück weit zu sich selbst gefunden, sagen sie. Für die Dozentin der Malerei Nikoline F. Kruse erfüllte sich ein Lebenstraum.

Hohenerxleben l Nikoline F. Kruse kommen die Tränen, als sie einige Worte an die sieben Teilnehmer der Sommerakademie spricht. Für die Künstlerin und Dozentin ist bei ihrem "Intensivkurs zur Intuitiven Malerei" ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen: Nachdem sie über Jahre nur "Kurzzeit-Kurse" geben konnte, in denen wenig Zeit blieb für die Teilnehmer und das Eintauchen in das freie Malen, hat ihre Methodik bei den Teilnehmern der Sommerakademie vollends gefruchtet.

"Ihr habt euch darauf eingelassen, eure Bilder sind sehr gut gelungen. Ich bin überglücklich. Für mich ist das ein wichtiger Schritt für meine Arbeit sowie eine Bestätigung für unser Wirken am Schloss", sagt Nikoline F. Kruse. Sie hatte den Teilnehmern im Kurs gezeigt, wie sie vom reinen Abmalen wegkommen. Sie lernten, in sich hineinzuhören und zu zeichnen, was dort an Emotionen und Gefühlen versteckt ist.

Beim Aufenthalt am Schloss Hohenerxleben haben viele weitere Erlebnisse dazu beigetragen, dass die Teilnehmer einen Zugang zu sich selbst fanden. Bei Bettina Akinro aus Helmstedt war es zum Beispiel der orientalische Tanz, den ihnen die Schauspielerin Christine Friebe näher gebracht hat. "Der Tanz hat mich sehr angesprochen. Ich bin durch das Seminar richtig in Bewegung gekommen ... diese Musik, die den Hörer in Trance versetzt, hat auch etwas kreisförmiges", erklärt die Dame.

So ist ihr Gemälde "Lebens-Tanz" entstanden, ein abstrakter Strudel aus hellen und dunklen Farben. "Im Kreislauf des Lebens wiederholt sich alles. Es gibt Freude und Bangen, also Licht und Dunkel." Der kleine Kreis der sieben Akademie-Teilnehmer habe es ihr ermöglicht, Vertrauen in die anderen zu fassen und sich zu öffnen. Als die Gefühle beim Tanzen, Malen und Schreiben sprudelten, sei es den Teilnehmern gelungen, sich zu öffnen und den Zugang zu den eigenen Gefühlen wiederzufinden. Dies sei ein befreiender Prozess gewesen, wobei auch die eine oder andere Träne floss, erzählt Bettina Akinro.

Auch Uta Yazdi strahlt begeistert, als sie erklärt, dass sie vom gegenständlichen Malen zum intuitiven Malen gefunden hat. "Das war so eine Freude für mich, dass ich auf einmal so malen konnte. Das hat mich richtig glücklich gemacht", sagt sie über ihr Bild, das goldene Linien auf gelbem Hintergrund zeigt. "Die Linien zeigen den `goldenen Weg`, den ich hier im Schloss auch für mich selbst gefunden habe", sagt die Wolfsburgerin.

Birgit Hösel aus Aschersleben ist wie die andren beeindruckt von Nikoline F. Kurse: "Sie hat diese angenehme, gelassene Art an sich. Sie hat uns motiviert, unseren Gefühlen freien Lauf zu lassen und den Alltag zu vergessen."

Auch das Zusammenleben in der Gruppe im Schloss Hohenerxleben sei eine Bereicherung gewesen: "Zuvor hatte ich mich Menschen gegenüber etwas verschlossen. Ich konnte hier wieder Nähe und Gemeinschaft zulassen."

   

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