Der Dorfgemeinschaftsverein Amesdorf/Warmsdorf kann nach einem Jahr Vereinsbestehen stolz auf sich sein. Immer mehr Bürger sind dazugestoßen. Das Rasentreckerrennen war ein echter Höhepunkt. Doch leider scheint die Gruppe nicht zur Ruhe zu kommen.

Amesdorf/Warmsdorf l Am 5. Juli 2013 hatte sich der Dorfgemeinschaftsverein Amesdorf/Warmsdorf gegründet. Das ist jetzt ein gutes Jahr her und die Mitglieder, die sich für ihren Ort engagieren, haben echte Erfolge zu verzeichnen. Das Rasentreckerrennen zog 600 Besucher und 280 Rennfahrer nach Amesdorf. Ein Vereinsmitglied hatte seine deutschlandweiten Kontakte zu Rasentrecker-Fans spielen lassen. Amesdorf konnte sich in der Szene einen Namen machen.

"Wir haben die Gemeinnützigkeit unseres Vereins für drei weitere Jahren anerkannt bekommen", berichtet der Vereinsvorsitzende Helmut Haack bei der jüngsten Versammlung. Der Verein habe versucht, die Finanzen der vergangenen Jahre aufzuarbeiten, erklärt er der Volksstimme.

Hintergrund war ein Streit innerhalb des ehemaligen Fördervereins der Feuerwehr Amesdorf, der sich im Frühjahr 2013 aufgelöst hatte. Es gab Unstimmigkeiten mit den Geldern des Vereins. "Wir haben versucht, die Sache über einen Rechtsanwalt zu klären. Das ist leider ohne Ergebnis verlaufen", erklärt Haack. Der ehemalige Förderverein habe ein dickes Minus auf seinem Konto gehabt. Das Geld ist jetzt fort.

Finanziell haben die Vereinsmitglieder wieder bei Null anfangen, aber bis heute gut gewirtschaftet. Das ist der Verdienst vieler engagierter Amesdorfer und Warmsdorfer: Sie haben einen richtigen Rennplatz in Amesdorf aufgebaut. Sie standen unzählige Stunden in der mobilen Feldküche und bedienten Tausende Gäste bei etlichen Festen. Sie richten das alte Feuerwehrgerätehaus für den Verein her und lieferten sich als "Amesdorfer Granaten" einen harten Wettkampf, um Giersleben beim traditionellen Tauziehen zu unterstützen.

Offenbar gefällt den Leuten dieses Engagement: Aus 19 Ex-Mitgliedern des Feuerwehrfördervereins im Juni 2013 sind jetzt 31 Mitglieder des neuen Vereins geworden.

Doch leider kriselt es nun wieder. Bei der Vereinsgründung wurden Helmut Haack als Vorsitzender und seine Frau Gisela als Kassiererin eingesetzt. Eigentlich sollten Verwandte oder Eheleute nicht gleichzeitig im Vorstand eines Vereins sein, um nach außenhin nicht den Anschein der Klüngelei zu erwecken. Deswegen sollte das Ehepaar Haack diese Posten nur provisorisch einnehmen, meinen einige Mitglieder. Die Haacks wiederum wollen ihre Ämter im Verein behalten.

Ein Dutzend der 33 Mitglieder stellten bei der jüngsten Sitzung den Antrag, eine Sondersitzung einzuberufen und einen neuen Vorstand zu wählen. Hierbei spielten offenbar auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliedern und Vorstand eine Rolle. Die Neuwahl soll im Herbst sein.

Aber jetzt steht erstmal Positives an: Am Sonnabend startet das "Amesdorfer Granaten-Schwimmteam" beim Osmarslebener Badewannenrennen. "Und beim Seifenkistenrennen nächstes Jahr sind wir das Amesdorfer Racingteam", sagt Vereinsmitglied Andy Nagel, der gern deutsch-englische Namen wählt.